"shocking pictures" als Mahnung?

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Stephan
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"shocking pictures" als Mahnung?

Beitragvon Stephan » Di 09.09.2003 10:23

Ich stelle das bewusst hier in dieses Forum, weil ich mir nicht sicher bin, wie ich damit umgehen soll.

Es geht darum, dass ich grad in einem anderen Forum mit einem Bild konfrontiert wurde, wo ich nicht weiss, ob ich kotzen oder heulen soll.
:cry: Es geht nicht ums Motorradfahren, sondern sagen wir es mal so, um die Risiken des Autofahrens allgemein.

Es gibt dagegen eine natürliche Abwehrhaltung, die sowas möglichst schnell wegblenden will. Wer will schon mit solchen Bildern leben? Andererseits muss man eigentlich so aufrichtig sein und zugeben können, dass schreckliche Dinge passieren, und dass man das seinige dazu tun sollte, um sie zu verhindern (wenn das möglich ist).

Und vielleicht um sie bewusst zu machen. Wir werden mit den Folgen von Unfällen oft nicht konfrontiert, weil die Opfer in Krankenhäusern und Rehakliniken dahinvegetieren. Vielleicht wäre es besser, wenn man mehr wüsste, sich mehr bewusst machen würde?

Ich weiss es echt nicht.

:cry: :cry:

Gruss

Stephan

PitB
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Beitragvon PitB » Di 09.09.2003 10:27

Die Bilder die man als in den Nachrichten sieht sind auch net besser...



Ansonsten: nix ist so gefährlich wie das Leben. Nämlich lebensgefährlich.


Is halt so.

Firegirl
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Beitragvon Firegirl » Di 09.09.2003 10:31

also wenn es Dir weiter hilft.... ich arbeite als Physiotherapeutin.... sprich ich sehe und habe ständig mit Unfall"opfern" oder - "tätern" zu tun....
sehe was es für Konsequenzen hat!
Aber auch das "schockt" nur für den Moment..... dann setzt der Selbstschutz ein und man vergisst es und setzt sich wieder ins Auto oder aufs Mopped und fährt heim...
sprich: es ändert nichts, selbst wenn man ständig damit konfrontiert wird!
schlimmer geht immer

Markus

Beitragvon Markus » Di 09.09.2003 10:32

Ich muss gestehen, dass ich dagegen bin, sowas zu zeigen.
Wer das sehen will, soll bei rotten.com vorbeisurfen, da kriegt er, was er braucht.

Ich habe schon genügend in der Art live gesehen. Vom verstümmelten Unfallopfer, dessen Auto von einer Leitplanke durchbohrt wurde bis zum Erschossenen, dem Gehirnmasse aus dem aufgeplatzten Schädel lief.
Das sind Bilder, die einen ewig verfolgen, wenn man dabei war. So ein Mensch mit Kopfschuß liegt nicht einfach ruhig da, der zuckt ewig, macht Geräusche. Sowas hat dann auch eine nachhaltige Wirkung. Ich könnte mir z.B. nicht mehr vorstellen, mit einer Waffe auf einen Menschen zu zielen, nachdem ich das gesehen habe. Vorher hätte ich damit kein Problem gehabt.
Aber Fotos? Ist was zum aufgeilen, taugt als Mahnung nicht. Kein Foto hätte diese Wirkung auf mich gehabt.
Zuletzt geändert von Markus am Di 09.09.2003 10:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Stephan » Di 09.09.2003 10:33

Die Bilder die man als in den Nachrichten sieht sind auch net besser...


ich sach mal ganz krass: In dem Fall nicht

Ansonsten: nix ist so gefährlich wie das Leben. Nämlich lebensgefährlich.


es gibt Leute, die wären wohl besser gestorben.

.......ähem, das Thema liegt mir wirklich am Herzen, und ich verzichte drauf, Euch den link zu geben, um Euch zu zeigen warum.....

ok, vielleicht bin ich einfach zu sensibel :cry:

Udo
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Beitragvon Udo » Di 09.09.2003 10:33

Der Mensch lebt von Verdrängung!

Wenn Dir ständig bewußt wäre, was Dir alles passieren könnte, wärst Du nicht mehr handlungsfähig. So funktioniert das menschliche Hirn nun mal.

Gruß
Udo

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Woici
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Beitragvon Woici » Di 09.09.2003 10:35

Das Bild von CHris hat mir für heute schon als Schock gereicht... mehr braucht es nicht.... 8)
"...weil ich Woici weder für die Gruppe der Moderatoren, noch als User für eine Bereicherung dieses Forums halte..."

mich adelnder Kommentar des Hr. Michael Groth

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Beitragvon Stephan » Di 09.09.2003 10:36

Aber Fotos? Ist was zum aufgeilen, taugt als Mahnung nicht. Kein Foto hätte diese Wirkung auf mich gehabt.


naja, das kanns doch nicht sein, dass man es erst live erleben muss, um es sich bewusst zu machen :shock: :!:

Auch diese ganzen Verdrängungsgeschichten überzeugen mich nicht so recht, das klingt dann doch verdammt fatalistisch. Macht mal einen besseren Vorschlag, bitte!

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wingevil
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Beitragvon wingevil » Di 09.09.2003 10:41

Ich bin nicht wild auf shocking pictures. Mir reichen Bilder, welche die Situation als solche klarmachen, auch ohne grausame Details. So wie letzten Freitag nachmittag, als ich von der Arbeit kam. Keine 300 Meter von unserem Haus entfernt, Feuerwehr, Polizei, Blaulicht etc. Zwei Feuerwehrleute zerrten soeben eine völlig vermantschte Maschine von der Fahrbahn weg, mehr war nicht (mehr) zu sehen.

Solche Bilder bleiben bei mir irgendwie hängen und sorgen für ein Tick von (noch) mehr Zurückhaltung, als ich seit meinem Unfall sowieso pflege. Vermutlich bin ich für viele ein "Blümchenpflücker". Das ist mir aber lieber als ein "Radieschen-von-unten-Begucker".
nil omne


Klaus Becker

Beitragvon Klaus Becker » Di 09.09.2003 10:41

Ist aber so Stephan. Es wird verdrängt.
Oder überlegst Du jedesmal, was passieren könnte, wenn Du auf Dein Moped steigst?
Also ich definitiv nicht.
Das hat jetzt aber nichts damit zu tun, daß ich (normalerweise) sehr aufmerksam Motorrad fahre.
Und ansonsten gibt es in jeder Lebenslage noch irgendwas positives.

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Beitragvon Onlycookie » Di 09.09.2003 10:45

Nun - Unfälle passieren - auch eklige, doofe, entsetzliche Unfälle...
Allen - auch einem selber...

Es ist wichtig, daß wir nicht ständig daran erinnert werden,
denn es schränkt die Handlungsfähigkeit ein, da es Kapazitäten
bindet. Je intensiver der Eindruck, desto mehr.
Es ist also notwendig, diese Eindrücke mit der Zeit zur relativieren,
um sich selbst vor Unfällen zu schützen.

Die Eindrücke sollten im Idealfall in eine Art grundsätzlich
vorsichtigere oder überlegtere Handlungsweise übergehen.
Man kann sich und andere nicht gegen alles und jedes schützen.

Für bessere Vorschläge erfinde zunächst einen besseren Menschen.
I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by. (Douglas Adams)

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Beitragvon Gaby » Di 09.09.2003 10:46

Ich kann da nur für mich sprechen:

In einem anderen Forum habe ich vor Jahren wohl vergleichbare Fotos gesehen, die waren als Mahnung vor der Anfahrt zu einem Treffen gedacht. Gezeigt wurde (übrigens, was ich in diesem Fall wichtig finde vom webmaster selbst eingestellt, und dies nur für wenige Stunden, dann wurden die Bilder wegen heftiger Reaktionen im Forum wieder entfernt) das, was von einem Motorradfahrer übrig blieb, nachdem er unter einen LKW/zwischen die Reifen geraten war. Nämlich Teile.
Keine Ahnung, ob das echte Bilder oder Fakes waren, aber der Eindruck war und ist bleibend. Nämlich mahnend. Ich fahre seitdem nicht ständig langsamer, aber ich denke immer mal wieder dran, was mir passieren könnte. Normalerweise wird's verdrängt, aber eben nicht immer. Und das ist gut so. Zumindest für mich.

In meinem Fall taugten diese Bilder als Mahnung.

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Beitragvon PitB » Di 09.09.2003 10:58

Wenns darum gehen sollte, so Bilder hier rein - nein danke!


Für viele sind so Darstellungen jenseits des Erträglichen - jeder hat da ne andere Schwelle. Das wirkt sich dann auch auf die Verdrängbarkeit aus.

Und obs einen Lerneffekt hat - bei einem ja - beim anderen nein.


Wer lernen will, der soll die entsprechenden Seite selber aufsuchen. Hier wäre das zu zwänglich - weils halt net vermutet wird.

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Beitragvon Udo » Di 09.09.2003 11:11

Solche Bilder schrecken niemals wirklich ab, genauso wie das mit den Krebsbildern auf den Zigarettenschachteln nix bringen wird, bringt auch sowas hier nix.

Reale Erlebnisse können da natürlich schon anders sein.

Wenn ich dran denke dass der Typ, den wir auf dem Weg zum Sauerlandtreffen gesehen haben, nicht mehr in einem Stück war, dann.....

Obwohl das nach ein paar Stunden Fahrt auch wieder weg war aus dem Kopf.

Gruß
Udo

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Beitragvon Petra Skalecki » Di 09.09.2003 12:33

Vermutlich haben Horrorbilder auf jeden eine andere Wirkung: der eine blendet das schnell wieder aus, der andere fährt eine zeitlang ziemlich verunsichert und eher unfallgefährdeter als sonst, der nächste fährt vorsichtiger. Kann man wohl pauschal nicht beurteilen, wie solche Bilder wirken, und reale dreidimensionale Anblicke sind nochmal ein anderes Kapitel.

Bei mir hat der Anblick des eigenen angematschten Beins eine geringere Nachwirkung gezeigt als der Anblick des zweigeteilten Toten.

Unnötig finde ich es, wenn man solche Bilder quasi aufgenötigt bekommt - z.B. ein abgesägtes Raucherbein auf einer Zigarettenschachtel. Einen link brauche ich nicht anzuklicken, aber ein Raucher, der quasi mit jeder neugekauften Packung ein Horrorbild ertragen müßte - nee, das kanns doch nicht sein! Zwangsbelehrung??

Ciao
Petra

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Beitragvon Jens A. » Di 09.09.2003 13:53

Also, ich hab die Bilder gerade gesehen und mus sagen:
Auch wenn reale Erfahrungen vielleicht wesentlich intensiver sind, haben diese Bilder mich in meiner Meinung bestärkt, dass Alkohol am Steuer alles andere als ein Kavaliersdelikt ist und empfindlich bestraft gehört.
Und wie unheimlich Dumm und Verantwortungslos ich auch schon war, auch wenn nichts passiert ist.
Kein Schmerzensgeld und keine Strafe der Welt können diesem Mädchen mehr das geben, was sie verloren hat.
Ich möchte nicht mit ihr tauschen und wäre (von meiner durch meine Gesundheit beschränkten sichtweise gesehen) lieber Tod als das mitmachen zu müssen.
Ich habe meinen persönlichen Dämpfer für die nächsten Wochen und Monate Motorrad fahren am Freitag bekommen und spür ihn heute immernoch sehr deutlich. War wohl nur ein Warnschuss vor den Bug, aber den werd ich mir doch beherzigen...

Gruß Jens

P.S.: Solche Bilder sollten wirklich nur als Link oder per PN gezeigt werden, auch weil hier auch Kinder wohl immermal wieder mitlesen.
Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der daraufsaß, des Name hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach...


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