Ein ganz dickes Brett ist endlich gebohrt!

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Gene Simmons
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Ein ganz dickes Brett ist endlich gebohrt!

Beitragvon Gene Simmons » Di 23.10.2007 09:27

Sodele,
für die wo schon immer meinten daß die BU (= www.bikerunion.de ) nur ein inkompetenter Laberhaufen wäre, vòila:
Streckensperrungen und Bitumenpfusch haben in absehbarer Zeit ein Ende bzw. werden nicht mehr so einfach durchzuziehen wie bisher.
FGSV- Workshop 16.10.2007 Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken (MVMot)

Vier Jahre und 16 Sitzungen hat es gebraucht und Deutschland ist der dritte EU-Staat, welcher technische Standards auf Motorradstrecken in 48 Seiten verbindlich formuliert hat.

In den Räumen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) präsentierte die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) ihre Ergebnisse des Bundesarbeitskreises Motorradunfälle. Das Merkblatt ist ein Baukasten an Maßnahmen, welcher erstmals unter der Vernetzung aller Beteiligten in Politik, Verwaltung, Verbänden und Fahrervertretungen entstanden ist. Die erarbeiteten Maßnahmen wurden mit wissenschaftlichen Arbeiten auf ihre Wirkung in Praxistests untersucht und von den Interessenvertretungen der Biker mit getragen.

Stichpunkte daraus sind zum Beispiel der Unterfahrschutz Euskirchen und die Rüttelstrecken. Alles bis ins Detail beschrieben und die Anwendung klar geregelt.

Zukünftig wird keine Straßenbaubehörde, welche motorradintensive Strecken betreut an diesem Regelwerk und neu definiertem Stand der Technik vorbeikommen. Genau hier besteht auch die Chance vorhandene Probleme im konstruktiven Dialog in den Griff zu bekommen. „Die Zusammenarbeit von Behörden und Fahrerverbänden ist die Basis für eine dauerhafte Lösung unserer Probleme.“, so Rolf Frieling, welcher als Vorsitzender der MID und Biker Union e.V. an der Ausarbeitung des Merkblattes beteiligt war.

Ziel ist es, allen Verantwortlichen für Straßen klarzumachen, was ein Motorradfahrer neben funktionierenden Bremsen und Verstand zum Überleben in der Kurve braucht. Mit Bildern und Beispielen wird beschrieben, was eine Motorradstrecke ist, unter welchen statistischen Bedingungen von einem Problem gesprochen werden darf und welche Maßnahmen auf und neben der Straße Bikerleben retten. Fahrverbote und gesellschaftlich umstrittene Schockbilder sind nicht bei den wirkungsvollen Maßnahmen aufgeführt. Im Gegenteil. Deren Unwirksamkeit auf die Unfallzahlen mit Toten oder Schwerverletzen wurde nachgewiesen.

Das gesamte kann in einer Beratung gesichtet werden, zumal alles mit Bildern und schrittweisen „so wirds gemacht“- Anweisungen beschrieben ist. Besser wäre es natürlich, wenn es genau so läuft wie in dem Bundes-Arbeitskreis: Man fragt die Biker selbst. Für Gespräche zur Motorradsicheren Straße sollten sich alle Stammtischverantwortlichen der BU mit dem Merkblatt vertraut machen, welches in kleiner Stückzahl bei der BU vorhanden ist.

Der Tag war eine Sternstunde der BU. Wer nach Erreichtem fragt, konnte hier erleben, was es heißt eine anerkannte Interessenvertretung zu sein. Auf etlichen Seiten sind unsere Worte ein zu eins in Vorschriften gefasst und sogar die Bitumenseite fand Eingang in das neue Werk zum verbindlichen Stand der Technik (Juristen wissen, was das Bedeutet

Zu beziehen ist das Merkblatt bei der FGSV (www.fgsv-verlag.de).

Vielen Dank an alle Beteiligten und unsere Beharrlichen Vertreter "Hinter den Kulisen".


Es geht doch! :-)
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Beitragvon Rossi » Di 23.10.2007 09:37

Schön: eine Ausrede für Streckensperrungen.......
Zumindest in der dargestellten Form. Ob da vielleicht noch Nebenbestimmungen existieren, kann ich daraus nicht entnehmen...
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Beitragvon U.we » Di 23.10.2007 12:08

Hi Gene,

mir fehlt noch Information:

woran kann man die "Verbindlichkeit" eines "Merkblattes", das von einem gemeinnützigen Verein "in den Räumlichkeiten der BASt" im Rahmen eines "Workshops" vorgestellt wurde, für irgendeine Strassenbaubehörde fest machen?

Gruss,
Uwe

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Beitragvon Gene Simmons » Di 23.10.2007 21:56

Hier die Antwort des verantwortlichen BU-Mitarbeiters:
Du weißt doch, dass die Kunst des Kurzen und klaren Ausdrückens in politischen kreisen total verpönt ist? Ich war da wohl zu lange in den Räumen der BASt und hab mir da irgendso einen Schwafelvirus eingefangen...

Zu Deinen Fragen:

Ja, das Merkblatt ist verbindlich, weil es den Stand der Technik beschreibt - ABER gilt in erster Linie nur für Motorradstrecken, besonders für die mit Unfallhäufung.

Was eine Motorradstrecke ist und wann eine Unfallhäufung vorliegt ist praktischerweise auch im Merkblatt vorgegeben.

Gesetzescharakter hätte eine Richtlinie, aber die Folgen will dann doch keiner bezahlen. Denn dann Muss jede Straße so und nicht anders ausgestattet sein. (Hat man zum Beispiel für Brücken und son Zeugs). Du siehst, es ist ein kann aber wer sich nicht dran hält (Behörde) hat ein ganz, ganz großes Problem.

Reicht das erst mal?

Bis denn

Micha
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Beitragvon K.K. » Di 23.10.2007 22:00

Herr Kettner ist mir ja schon wegen der Eisenrösser symphatisch, aber das Geschwafel verstehe ich nicht.

Werden nun alle Streckensperrungen aufgehoben?
.
UN- V 990

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Beitragvon Gene Simmons » Di 23.10.2007 23:17

Nein, Herr Eisenbieger.. :wink:

Es wird nur wesentlich schwerer, neue zu veranstalten!

Und bestehende müssen nach den nun vorliegenden Daten geprüft werden, damit sieht's gut aus daß "wackelig" argumentierte Sperrungen wieder aufgehoben werden.

Zugegeben, dieses gräßliche Beamtendeutsch verursacht mir auch mittelschweres Hirnsausen.. :P
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Beitragvon U.we » Mi 24.10.2007 09:17

Werk zum verbindlichen Stand der Technik (Juristen wissen, was das Bedeutet

... aber wer sich nicht dran hält (Behörde) hat ein ganz, ganz großes Problem.


Das interessiert mich, was das für einen Juristen bedeutet. Kann das ein Fachmann erklären? Für mich liest sich das so, dass z.B. ein Bitumengeschädigter mit zich Gutachten evtl. eine etwas grössere Chance hat seinen Schaden (wenn er ihn denn noch einfordern kann) ersetzt zu bekommen. Bis entsprechende Urteile Auswirkungen auf Strassenbau/reparaturausführungen haben, da sehe ich noch viel Wasser den Rhein runter fliessen.

Gruss,
Uwe

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Beitragvon Rossi » Mi 24.10.2007 09:26

Vor allem werden die chronisch klammen Regionen/Städte dann vorziehen, einfach Verbotsschilder aufzustellen mit dem Hinweis auf dieses Stück Papier. Denn alles andere kostet ja ihr Geld - das sie dann noch nicht mal haben.

Nach meinem bisherigen Kenntnisstand ist das eher ein Bärendienst, den die BU da den Motorradfahrern geleistet hat... Vor allem, wenn sie sich derart auf "Motorradstrecken" kapriziert, wie bisher dargestellt, werden sich Städte und Gemeinden und noch mehr die Einwohner, die (manchmal verständlicherweise) was gegen Motorradfahrer haben, sich die Hände reiben.

Gruß
Rossi
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Beitragvon jj » Mi 24.10.2007 09:41

K.K. hat geschrieben:Herr Kettner ist mir ja schon wegen der Eisenrösser symphatisch, aber das Geschwafel verstehe ich nicht.
Werden nun alle Streckensperrungen aufgehoben?

Nein. Im Gegenteil. Es gibt nun eine Definition wie eine Motorrad-geeignete Strecke auszusehen hat. Das bedeutet, dass Abweichungen von dem Zustand Konsequenzen hinter sich herziehen müssen, Strecke in einen besseren Zustand versetzen, Geschwindigkeitsbegrenzung oder Sperrung.
Laut Miracoli bin ich vier Personen


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