Absicherung einer Unfallstelle

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U.we
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Absicherung einer Unfallstelle

Beitragvon U.we » Mi 18.10.2006 14:12

Hi,

heute möchte ich euch etwas von meinen Erlebnissen und Erfahrungen vom WE berichten. Am Sonntag wars soweit: unmittelbarer Unfallzeuge. Ich hatte auf der Landstrasse zu einem Motorradfahrer aufgeschlossen, der kurz vorher gewendet hat, bin mit relativ gut bemessenem Abstand hinter ihm eine Bergstrasse runter, wir fuhren um eine Böschung in den Ortseingang, gleichzeitig ein 30er-Schild, geänderte Verkehrsführung wegen Baumassnahme, wir auf der Vorfahrtsstrasse, im Gegenverkehr stand ein Auto mit Blinker, in der Strasse von rechts (T-Kreuzung) 'wartete' ein weiteres Auto.

Ihr ahnt schon, was kommt: wie das Motorrad vor mir in der Kreuzung ist, fährt der PKW von rechts los und räumt der Motorradfahrer von der Seite ab. Soweit zum Unfallhergang.

Ich hatte irgendwie vorher eine Eingebung, musste nur ganz normal bremsen und hab dann mein Motorrad auf der Seite abgestellt. Bis ich beim Motorradfahrer war hatte er den Oberkörper schon wieder aufgerichtet, nach Sichtung und Ansprache waren es nur leichte Schnittverletzungen am rechten Knie. Hatte eben nur eine einfache Lederjeans ohne Protektoren. Er hat selbst gemeint, dass es wohl besser ist erst mal ins Krankenhaus gebracht zu werden. Ein Zeuge stand schon in der Nähe, Handy in der Hand, bereit die Polizei zu rufen und hat noch nachgefragt, obs auch den Krankenwagen braucht, was ich somit bestätigen konnte.

Jetzt aber zum eigentlichen Anlass meines Posting: die unmittelbaren Unfallbeteiligten waren alle so aufgeregt, dass keiner in der Lage war an die Absicherung der Unfallstelle, wenigstens mit Warndreieck, zu denken. Durch die Possition der Unfallfahrzeuge war die Unfallkreuzung momentan nicht von anderen Fahrzeugen passierbar.

Es ist also ganz geschickt, wenn jemand das übernimmt, der nicht direkt beteiligt ist. In dem Fall war ich das, hab die Beteiligten gebeten ihre Warndreiecke aufzustellen. Ich wollte dann noch Kreide holen, hab aber festgestellt, dass so was nicht in meinem kleinen Motorradverbandskasten drin ist und nochmal bei den Beteiligten nachgefragt.

Wenn ihr selbst so ein Motorrad-EH-Päckchen habt, schaut mal nach, ob Kreide drin ist.

Dann hab ich die 'Stand'orte der Unfallfahrzeuge markiert und danach das Motorrad aufgehoben und auf die Seite gestellt damit der Unfallort wieder passierbar war. Es hat niemand gefragt, ob er helfen könnte aber man weis ja, wie man ein Motorrad alleine aufstellt. :wink: War 'nur' eine 600 Faser. Das Auto aus der Seitenstrasse wurde auch beiseite gestellt. Kam später auch keine Beschwerde der Polizei von wegen 'Veränderung des Unfallortes'.

Kurios für mich: in meinem Tankrucksack hatte ich gleich neben dem Verbandspäckchen eine Warnweste liegen, extra für so einen Moment mal eingpackt. Auch mit etwas Aufregung im Bauch hab ich überhaupt nicht dran gedacht die anzulegen. Also als Erinnerung: wenn schon eine Warnweste eingepackt ist, nicht vergessen sie auch anzulegen.

Gruss,
Uwe

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ßabine
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Re: Absicherung einer Unfallstelle

Beitragvon ßabine » Mi 18.10.2006 14:45

Hi, Uwe.

Ich denke, so als Nicht-Profi in Sachen Unfallzeuge/Ersthelfer/Absicherung (und wer will das schon sein) hast du das sehr gut, überdurchschnittlich gemacht.
Daß du nicht an ALLES gedacht hast, ist doch völlig normal, und an die Warnweste würde ich selbst sicher auch nicht denken, es sei denn, sie liegt, wie in meiner Dose, direkt bei Verbandskasten und Warndreieck.

Aber DAS hier...
U.we hat geschrieben:Dann hab ich die 'Stand'orte der Unfallfahrzeuge markiert und danach das Motorrad aufgehoben und auf die Seite gestellt damit der Unfallort wieder passierbar war.

... ist wirklich super!!!
Wie oft äergert man sich, wenn zwei Deppen wegen eines Bagatellunfalles im Feierabendverkehr eine Durchgangsstraße blockieren... und besonders an gefährlichen Stellen ist das ja wichtig, nur erleben die meisten Beteiligten den Ort ja dann ganz anders als der darauf zu Fahrende. Außerdem hat fast jeder heute ein Fotohandy, Kreide ist natürlich nochmal besser.

Hast du fein gemacht *schulterklopf*
Toleranz ist die Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, sich aufzuregen...
...und Geduld ist, wenn man einen Wasserhahn so lange zudreht, bis er kräht!

moppedwolf
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Beitragvon moppedwolf » Mi 18.10.2006 14:58

Prima U.we,
good job.

aus Muffe einer nächtlichen Panne an unübersichtlicher Stelle habe ich neben der Weste noch zusätzlich immer so einen Helmüberzieher von Tante Louise im TS:
http://www.louis.de?topic=artnr_gr&artnr_gr=10001050

ciaoi
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Beitragvon LTobies » Mi 18.10.2006 15:05

:clap:

Vorbildlich!!!!!!!


Solche Ersthelfer wünscht man sich!


Grüße Levin
Bild -Einige haben es verdient Glück zu haben. (HFT)-

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Re: Absicherung einer Unfallstelle

Beitragvon U.we » Mi 18.10.2006 15:18

ßabine hat geschrieben:Daß du nicht an ALLES gedacht hast, ist doch völlig normal, und an die Warnweste würde ich selbst sicher auch nicht denken, es sei denn, sie liegt, wie in meiner Dose, direkt bei Verbandskasten und Warndreieck.

Eben, die Warnweste lag direkt über dem Verbandspäckchen und ich hab sie trotzdem nicht wargenommen. Kann passieren in der Aufregung. Es war ja zum Glück kein sehr gefährlicher Unfallort. Ist trotzdem besser, wenn man sich daran erinnert.


ßabine hat geschrieben:Wie oft äergert man sich, wenn zwei Deppen wegen eines Bagatellunfalles im Feierabendverkehr eine Durchgangsstraße blockieren... und besonders an gefährlichen Stellen ist das ja wichtig, nur erleben die meisten Beteiligten den Ort ja dann ganz anders als der darauf zu Fahrende. Außerdem hat fast jeder heute ein Fotohandy, Kreide ist natürlich nochmal besser.


geht warscheinlich vielen so, dass sie sich über solche Situationen aufregen aber erinnert man sich auch noch, wenn man selbst darin verwickelt ist? Ich erleb's ja immer wieder an einer Autobahnunfallstelle: viele regen sich im Stau auf, dass es nicht vorwärts geht. Wenn man sie aber bei der Vorbeifahrt an der Unfallstelle beobachtet bemerkt man, dass sie sich vom Unfallort ablenken lassen anstatt dass sie sich auf ihren Vordermann konzentrieren und so schnell wie möglich wieder zufahren.

Das *schulterklopf* freut mich natürlich. In erster Linie soll der Beitrag aber einfach dazu anregen darüber nachzudenken was man selbst machen könnte wenn man an einen Unfallort kommt. Es reicht nicht wenn man es alle paar Schaltjahr (wenn überhaupt) bei einem EH-Training hört.

Gruss,
Uwe

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Beitragvon U.we » Mi 18.10.2006 15:24

Daß du nicht an ALLES gedacht hast, ist doch völlig normal


Stimmt, da war noch was. Ich hab erst nach gut einer viertel Stunde bemerkt, dass an dem unfallbeteiligten Fahrzeug aus der Gegenrichtung immernoch nur der Blinker, links und nicht das Warnblinklicht eingeschaltet war. Kein Wunder, dass der passierende Verkehr etwas irritiert war.


Gruss,
Uwe

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Beitragvon K.K. » Mi 18.10.2006 15:39

Als ich im Bergischen an einer Kreuzung einen Unfall und ausreichend Leute sah, ohne daß die Unfallstelle abgesichert war, habe ich gedreht und mein Mopped vor der Kurve quer auf die Fahrbahn gestellt.

Die Ankommenden haben zwar total blöd aus der Wäsche geschaut, aber das soll ja wohl schnurzepiepe sein.

Als genügend Blaulicht eingetrudelt war, habe ich mich geschlichen.
.
UN- V 990

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Beitragvon U.we » Mi 18.10.2006 16:51

Hi Ebi,

eben, besser sie schauen blöd als dass sie blind irgendwo noch reinsemmeln.

Gruss,
Uwe

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Beitragvon U.we » Mi 18.10.2006 16:57

so als Nicht-Profi in Sachen Unfallzeuge


Da war auch noch was. Ich war ja wirklich unmittelbar Zeuge. Da war im ersten Moment so viel los, ich wollte mein Moped auf die Seite stellen, und hab zuerst noch gesehen, wie die Unfallbeteiligten aus den Autos stiegen. Ich hätte hinterher aber nicht sagen können wer am Steuer sass und wieviel Insassen es jeweils waren.

Gruss,
Uwe

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Beitragvon ßabine » Mi 18.10.2006 17:19

DAS ist ja nochmal ne ganz andere Geschichte.
Ich hab mal vor Jahren was im TV gesehen, da haben sie eine Gruppe Leute getestet, sie unter irgendeinem Vorwand an eine Straßenecke manövriert, wo dann ein fingierter Blechschaden passierte.
Interessanterweise gab es von den Augenzeugen dann diverseste Beschreibungen von Hergang wie Personen, und alle waren felsenfest davon überzeugt, daß sie die Wahrheit sagten.
Dann haben sie den Leuten den Film-Mitschnitt gezeigt, und die meisten waren ziemlich baff...

Da stimmt also noch nichtmal das, was man selbst gesehen hat... :!:
Toleranz ist die Erkenntnis, daß es keinen Sinn hat, sich aufzuregen...

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Beitragvon moppedwolf » Mi 18.10.2006 17:44

Jau, das hatte ich auch im TV gesehen.
Der Opa hat zig-Mal wiederholt das der Schuldige im weissen Opel "ORTEGA" (Zitat!!!) sass!
Schglaub, Opa hatte zuviel Wein intus!! Denke mal der meinte den roten Omega! Muaaahahahaha :lol:
(Da hab ich damals völlig flach gelegen vor der Glotze! Traurig, aber wahr!) :twisted:


:wave:
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Beitragvon Michael Groth » Mi 18.10.2006 17:48

moppedwolf hat geschrieben:

(Da hab ich damals völlig flach gelegen vor der Glotze! Traurig, aber wahr!) :twisted:


:wave:



Na ja, ist ja nicht sooo traurig..........

.............du bist ja inzwischen wieder hoch gekommen. :lol:
Bild........Gruß mich@el

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Beitragvon moppedwolf » Mi 18.10.2006 17:54

und wie .... :twisted:


:lol: :lol:
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Beitragvon Woici » Mi 18.10.2006 18:00

ßabine hat geschrieben:Da stimmt also noch nichtmal das, was man selbst gesehen hat... :!:


augenzeugen sind die unzuverlässigsten zeugen die es überhaupt gibt... eine situation die dein gehirn nicht komplett erfassen kann, wird intern (im hirn... :-) ) mit erfahrungswerten aufgefüllt... du selbst bist dir vollkommen sicher, dass alles so war, wie du es in erinnerung hast und bist dir gar nicht darüber im klaren, wieviel von dem an das du dich erinnerst, von deinem unterbewustsein einfach in die szene "reinkopiert" wurde oder auch einfach weggelassen wurde...
"...weil ich Woici weder für die Gruppe der Moderatoren, noch als User für eine Bereicherung dieses Forums halte..."

mich adelnder Kommentar des Hr. Michael Groth

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Beitragvon Oggynator » Mi 18.10.2006 18:53

Moibn ichhhate grad die Situatin mit dem Motorrad einen anderen in der Kurve aus der Leidplanke zu retten. (ging dann doch harmlos aus)

Die Kurve war nicht einzusehen, aber tatsächlich hatte ich immerhin eine Warnweste dabei.

Die hab ich vor der Kurve auf die Fahrbahn gelegt, ich denk es hat gewirkt.

Kamen eh auch nur 2 Autos.

Andreas

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Beitragvon U.we » Do 19.10.2006 08:03

Oggynator hat geschrieben:...
Die Kurve war nicht einzusehen, aber tatsächlich hatte ich immerhin eine Warnweste dabei.

Die hab ich vor der Kurve auf die Fahrbahn gelegt, ich denk es hat gewirkt.


Auch 'ne gute Idee.


Gruss,
Uwe


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