URAL "Ranger"

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URAL "Ranger"

Beitragvon Gast » Mo 11.09.2006 17:46

Hallo,

ich interessiere mich für Gespanne von УРАЛ. Dabei bin ich auf das Modell ИМЗ-8.1037 "GEAR-UP" gestoßen, was mehr Bodenfreiheit und breitere Reifen als die anderen Russenboxer aufweist. Erstmals aufgefallen ist mir das Modell УРАЛ ИМЗ-8.1037 "GEAR-UP" auf der EICMA in Milano letztes Jahr, es ist wohl seit 2006 erhältlich.

Faszinierend ist die Ausstattung, so der wahlweise Antrieb des dritten Rades, wie auch Bordwerkzeug und Spaten im Boot. Die Zuladung ist geradezu ein Traum für einen Fernreisenden. Und ein Suchscheinwefer ist auch dabei.

Das Gespann scheint geradezu wie geschaffen für Strecken wie die Ligurische Grenzkammstraße, die Asietta Kammstraße und andere bekannte Strecken nach oder während andauernden Regenfällen. Auch sehe ich den Einsatz gerade bei Schnee gegeben, so dass sich Fernreisen nicht mehr nach der Temperatur bzw. Witterung richten müssen. Einfach drauflosfahren, so lautet dann vielleicht das Motto.

Nun ist es so, dass ich keinerlei Informationen bezüglich der Erfahrung mit diesem Modell УРАЛ ИМЗ-8.1037 "GEAR-UP" finden konnte, also von Besitzer, die das Gespann gekauft haben und auch ernsthaft einsetzen.

Kennt ihr jemanden, oder habt Ihr Hinweise zu entsprechenden Berichten? Es sieht so aus:

Bild

PS

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Beitragvon Atemloser » Mo 11.09.2006 18:31

Alex,

schau mal nach dem Bericht vom Eberhard "Achtung gefährlich". Da gibts nen Link mit einem richtigen Fahrbericht.

Gruß Rainer
Noch nicht alt genug für eine BähäMWeh oder eine Duck.
Katzen haben Charakter,man erkennt es schon daran, daß es keine Polizeikatzen gibt. :)

SvS
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Beitragvon SvS » Mo 11.09.2006 18:57

Hurra, Hurra
Endlich ist es soweit.
Kauf dir so ein Ding.
Reklamiere dann alles was du findest.
Du wirst mit Sicherheit viel finden.
Da kommt dann kein RA.
Da kommt dann die chinesischrussischemängelbehebungsmafi
und wir haben hier Ruhe.


Siggi
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weil er ein Rad zuviel hat.

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Beitragvon Gast » Mo 11.09.2006 19:11

Atemloser hat geschrieben:...Da gibts nen Link mit einem richtigen Fahrbericht.

Gruß Rainer


Prima Rainer!

Jetzt würde ich nur noch gerne wissen, ob jemand mal mit diesem Gespann auf einer deutschen Autobahn so 500 km, voll beladen (!) abgespult hat und wenn ja, mit welcher dauerhaften Geschwindigkeit.

Sind 90 bis 95 km/h machbar?

PS

Herbert aus Hamburg

Beitragvon Herbert aus Hamburg » Mo 11.09.2006 19:26

Wie fang ich an ? Es soll wohl welche geben die gut und lange laufen . Und wenn du die neu kaufst und nicht mehr als 2000 km im Jahr fährst ist die Wahrscheinlichkeit groß das du drei bis fünf Jahre Ruhe hast .
Es gibt zwei bis drei Händler und deren Jünger die seid etwa drei Jahren immer wieder behaupten die neuen 750er wären richtig gut . Ist aber Kokolores .
Kannst du Gespann fahren ? Wenn nicht solltest du einen Lehrgang machen . Der BVDM bietet Wochenendkurse an . Empfehlenswert .
Wenn du mehr wissen willst - jeden 1. Sonntag im Monat treffen wir uns am U-Boot an der Versmannstrasse : http://www.u-434.de/
Oder du liest hier ein wenig : http://www.ural-dnepr.net/wbb2/index.php
Oder beides .
Wenn der Motor gut ist sind 100 - 120 drin . Würd ich aber nicht machen .
Gryße...

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Beitragvon Torsten » Mo 11.09.2006 19:31

Alex kann doch noch nicht einmal Motorrad fahren :baby:
Ich fahre nicht zum Grüßen.

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Beitragvon SvS » Mo 11.09.2006 19:35

Komm Pleulsängelchen kauf das Ding.
Los mach schon oder traust du dich nicht.

Siggi
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Beitragvon Gast » Mo 11.09.2006 19:39

Tach Herbert,

Herbert aus Hamburg hat geschrieben:Und wenn du die neu kaufst und nicht mehr als 2000 km im Jahr fährst ist die Wahrscheinlichkeit groß das du drei bis fünf Jahre Ruhe hast.


Ich fahre damit 6.000 bis 10.000 km pro Jahr, wenn ich sie für den geplanten Einsatzzweck kaufen sollte.

Kannst du Gespann fahren?


Ich weiß es nicht, ich habe jedenfalls noch kein Gespann gefahren. Die Erlebnisberichte von Probefahrten mit den Ural-Gespannen kenne ich aber schon, also die Sache mit den Rechtskurven...

Wenn der Motor gut ist sind 100 - 120 drin.


Ich wollte nur wissen, ob ich lange Anreisen auf der deutschen Autobahn erledigen kann, wo die LKWs 95 km/h schnell fahren.

PS

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Beitragvon Atemloser » Mo 11.09.2006 19:52

Wie ich gehört habe, sollen die Kolben vom alten Toyota Corolla dafür ganz gut sein. Dann noch zwei nette Keihin von der CB250 anno '73 dann leffze.

Gruß Rainer
Noch nicht alt genug für eine BähäMWeh oder eine Duck.

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Beitragvon SvS » Mo 11.09.2006 20:13

Ja los Linkskurve, volle Stulle kann ja nichts passieren.

Siggi
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weil er ein Rad zuviel hat.

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Beitragvon Blechroller » Mo 11.09.2006 20:17

Warnmail an alle Russensockenhökerer ist raus 8) . Somit bekommt der Herr nur noch ne verebayte Inlandsschlampe ohne Papiere. Bis er die reif fürs Zerlegen hat, hat er hier hoffentlich das Zugangsrecht verwirkt ;-)


Ansonsten: Die Rusensocke ist ihren Kaufpreis wert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ob die gezeigte Bravo-Variante mit Eisdielenfaktor besser ist, als meine 650er Ratte? Keine Ahnung, denn meine Ratte taugt (mir). Bin mir damit sicher, dass dem Herren P. noch hunderte Sachen gemeiner Gefährlichkeit auffallen werden...

Olli
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Beitragvon SvS » Mo 11.09.2006 20:22

Och Blechroller macht alles kaputt.
Hat schon so schön angefangen.
Gleich ein richtiger Anfängerfehler
"Gespannen kenne ich aber schon, also die Sache mit den Rechtskurven"
und die Linkskurve hätte ihn dahin gerafft.

Siggi
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Beitragvon Gast » Mo 11.09.2006 20:22

Also...

SvS hat geschrieben:Ja los Linkskurve, volle Stulle kann ja nichts passieren.

Siggi


... ich find's ja hilfreich dass auch darauf hingewiesen wird, dass das Gespann-Fahren etwas Übung und Training bedarf, aber das soll das Thema hier nicht sein.

Der Paul in dem Ural-Forum liefert einen interessanten Bericht über die УРАЛ ИМЗ-8.1037 "GEAR-UP" auf einer Langstreckenfahrt.

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Beitragvon Blechroller » Mo 11.09.2006 23:16

Siggi,

macht doch nix, wenn er die Linkskurve erst heldenhaft auf einer Kammstraße kennen lernt...

Paul und Ural ist eine Niveau, das Meister P. erst mal erreichen muss.

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Beitragvon Gast » Di 12.09.2006 00:13

Also...

Ihr könnt Euch ja gerne per PN über das Thema "Fahrkompetenz Gespannfahrer" unterhalten, mich interessiert alles zur УРАЛ ИМЗ-8.1037 "GEAR-UP", der Langstreckentest von Paul war interessant.

Nun habe ich aber noch schönere Gespanne gesehen, beispielsweise die Dnepr K 750 bei EBAY. Ist ja sagenhaft, aber ob die den Paul'schen Langstreckentest überstanden hätte? Für die Eisdiele aber eine Überlegung wert...

PS

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Beitragvon Holgi » Di 12.09.2006 07:19

Rückruf-Abzocke
Ankommende Anrufe kosten 0190-Gebühren
Die Telefongesellschaft Prompt hat einen neuen Weg gefunden, um für Mehrwertdienste abzukassieren: Anrufe beim Telefonkunden erscheinen als 0190-Gespräch auf dessen Telefonrechnung.
Die Frage der Telefonistin: ‘Wollen Sie die Kosten für den Anruf übernehmen?’ kannten Deutsche bisher nur aus amerikanischen Filmen. Dort ist das so genannte ‘Reverse Charging’ verbreitet, eine praktische Möglichkeit für Telefonate von Münzfernsprechern, wenn der Gesprächspartner gerade kein Kleingeld zur Verfügung hat. In Deutschland gibt es diese Möglichkeit nun auch. Doch der Servicegedanke steht dabei im Hintergrund, in erster Linie geht es den Anbietern offenbar darum, Kasse zu machen.
Die Telefongesellschaft Prompt hat den Rückruf als neue Einnahmequelle erschlossen. Für einen Anruf beim Kunden kassiert der Anbieter 0190-Gebühren. Der Ablauf ist einfach: Der Kunde ruft eine kostenfreie 0800-Rufnummer an und gibt dort die Nummer des Anschlusses an, auf dem er einen Rückruf wünscht. Anschließend erfolgt ein Anruf von Prompt - zu 0190-Konditionen. Den Posten findet der Angerufene anschließend auf der Telefonrechnung mit dem Stichwort TeleInternet Services.
Offensichtlich rechnet Prompt bereits damit, dass die Kunden für die Abrechnung kommender Anrufe kein Verständnis aufbringen: Auf der Webseite findet sich eine Information darüber, wie der fragliche Rechnungsposten zu Stande gekommen ist. Nach diesen Angaben kann der Rückruf entweder über den Anruf bei einer kostenfreien Rufnummer oder über das Internet angefordert werden. In beiden Fällen wird die Identität des Anrufers nicht überprüft.
Eines der ersten entsprechenden Angebote, ‘Recall Direct’ der Firma EST24, ging im Juli in Betrieb. Nach Angaben der Firma handelte es sich nur um einen Testlauf, allerdings tauchten die entsprechenden Posten bereits auf Telefonrechnungen von Kunden auf. Bei EST24 konnte man während des Tests von jedem beliebigen deutschen Anschluss aus anrufen, sogar vom Handy. Der Anrufer erhielt eine Ansage mit dem Hinweis, dass der Rückruf kostenpflichtig sein werde und der Aufforderung, die gewünschte Telefonnummer im Festnetz einzutippen. An dieser Stelle nannte der Anbieter einen Minutenpreis von 1,99 Euro.
Im Rückruf selbst wurde der Angerufene nur gefragt, ob er das Angebot kenne. Bestätigte er durch Drücken einer Taste, dann erfolgte die Berechnung des Dienstes. Offenbar will EST24 den Dienst in Kürze in Betrieb nehmen. Unter www.est24.de/Express%20Dating.htm findet sich ein entsprechendes Angebot. Offenbar ist die Anforderung per Handy jetzt nicht mehr möglich.
Der Zweck des Rückrufdienstes ist klar: Die Hemmschwelle für den Anruf soll gesenkt werden, da dieser ja zunächst nichts kostet. Ferner umgeht der Anbieter mit dem Rückruf sämtliche Rufnummernsperren, selbst eine Komplettsperre für abgehende Anrufe. Potenzielle Opfer sind die Eigentümer von Telefonanschlüssen an leicht zugänglichen Orten, beispielsweise in Vereinsheimen. Dort ist es üblich, sämtliche gehenden Verbindungen zu sperren, um teure Telefonate zu verhindern. Es gehört zwar etwas kriminelle Energie dazu, einen kostenpflichtigen Rückruf auf einen fremdem Anschluss anzufordern, aber die wird sich zweifellos finden. Die Zeche zahlt letztlich der Anschlussinhaber.
In Firmen und Behörden ist die Lage noch prekärer. Weder Telefonanlage noch Endgeräte zeichnen üblicherweise kommende Anrufe auf. Das verhindern technische Gegebenheiten und in einigen Fällen auch datenschutzrechtliche Richtlinien. Bislang genügte es, bestimmte Rufnummernblöcke für abgehende Anrufe zu sperren. Nun können aber erhebliche Kosten für kommende Anrufe entstehen, für die es keinerlei Sperrmöglichkeit gibt.
Für den Verbraucher bietet die Abrechnung per Rückruf keinen Vorteil gegenüber den bisherigen Mehrwertnummern. Nur für Abzocker eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten: Würde ein Anbieter in betrügerischer Absicht Verbindungen zu beliebigen Nummern herstellen und anschließend behaupten, dass eine Anforderung des Rückrufs erfolgt sei, würde er die Angerufenen in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Nach den datenschutzrechtlichen Vorschriften dürfen die Daten kostenfreier Anrufe nicht gespeichert werden, da sie nicht für die Abrechnung erforderlich sind. Der Kunde kann also nicht nachweisen, dass er keinen Anruf bestellt hat. Wenn der Anbieter keine Aktion des Angerufenen voraussetzt - beispielsweise durch Drücken einer Taste am Telefon - und dann der Anrufbeantworter ‘drangeht’, können hohe Kosten entstehen, ohne dass das Opfer zunächst eine Möglichkeit hat, sich dagegen zu wehren.
Aber auch für den Betreiber ist der neue Dienst nicht ganz problemlos: Der Call-by-Call-Anbieter Prompt kann nur bei Telekom-Anschlüssen eine Rechnung stellen. Telefongesellschaften wie Arcor oder M’’net haben keine Inkasso-Vereinbarung mit Prompt. Es dürfte schwierig bis unmöglich werden, die entsprechenden Forderungen bei anderen Netzbetreibern geltend zu machen. Die Telefonnummern der Kunden geben keinen Aufschluss darüber, bei welcher Telefongesellschaft sie geschaltet sind, denn der An-schlussinhaber kann seine Nummer zu anderen Telefongesellschaften mitnehmen. Nach Auskunft der Prompt-Mutter Extracom ist aber ein Rückruf zu Telefonzellen technisch ausge-schlossen.
Die Probleme mit dem Rückruf sieht man bei Extracom gelassen. Man stelle lediglich die Technik zur Verfügung und sei für Inhalte und Abwicklung nicht verantwortlich. Nach Auskunft von Extracom sollen auch Sperren vorgesehen sein, die verhindern, dass bestimmte, zuvor festgelegte Rechnungsbeträge für einen Telefonanschluss überschritten werden. Eine Sperre für bestimmte Rufnummern auf Wunsch des Kunden ist offensichtlich nicht vorgesehen. Diese könnte nur Prompt installieren, für die Telekom handelt es sich bei dem 0190-Rückruf um einen ganz normalen kommenden Anruf.
Bei den Verbraucherzentralen ist man bereits sensibilisiert, doch Beschwerden sind dort noch nicht angekommen; vermutlich, weil der Dienst einfach noch zu neu ist. Eine rechtliche Handhabe gegen solche Dienste gibt es derzeit nicht, so die erste Bewertung. Wer an seinem Anschluss teure Anrufe entgegen nimmt, könnte von einem Gericht durchaus zur Zahlung verurteilt werden, analog zur Entwicklung im 0190-Sektor.
Auch die Freiwillige Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste (FST) ist auf die Praktiken aufmerksam geworden. Dort liegt bereits die erste Beschwerde über einen Rückrufdienst vor. ‘In unserem Verhaltenskodex sind Regelungen zu Rückrufdiensten noch nicht enthalten. Das wird Thema auf unserer nächsten Vorstandssitzung sein’, so der Vorsitzende der FST, Hans-Joachim Kruse. Prompt und Extracom sind allerdings nicht Mitglieder der FST und somit nicht verpflichtet, dem FST-Kodex Folge zu leisten. Die FST will für ihren Kodex die kartellrechtliche Anerkennung erreichen. Das würde es Gerichten erleichtern, die Vorschriften der Selbstkontrolle als für die Branche verbindlich zu bewerten. Gesetzeskraft hätten sie aber auch mit der kartellrechtlichen Anerkennung nicht.
Bei der Regulierungsbehörde prüft man den Fall in rechtlicher Hinsicht - bislang noch ohne Ergebnis. Der Gesetzgeber hat wohl nicht mit dem Erfindungsreichtum der Mehrwertbranche gerechnet, die Telekommunikations-Kundenschutzverordnung (TKV) gibt für einen solchen Fall keine Regeln vor. Es ist ganz offensichtlich: Die kürzlich erst novellierte Telekommunikations-Kundenschutzverordnung (TKV) bedarf dringend einer weiteren Überarbeitung, um das Versprechen, dass sie den Kunden schützt, einzulösen.
Um die jüngsten Auswüchse der Branche zu verhindern, müsste man zwei zusätzliche Punkte aufnehmen:
· Mehrwertdienste (Dienste mit Auszahlung an den Anbieter) dürfen nur mit den dafür vorgesehenen Vorwahlen betrieben werden;
· das Erbringen eines Mehrwertdienstes per Weitervermittlung (beispielsweise von einem Auskunftsdienst) oder per Rückruf ist unzulässig.
Dann hätte die Regulierungsbehörde ein Werkzeug an der Hand, mit dem der Wildwuchs in der Branche beschnitten werden könnte und der Kunde könnte seinen Anschluss für Mehrwertdienste zuverlässig sperren lassen. Momentan ist man vor 0190-Abzockern nur dann wirklich sicher, wenn man ganz auf einen Telefonanschluss verzichtet. (uma)
Widerspruch gegen die Telefonrechnung
Wenn Sie gegen Ihre Telefonrechnung Widerspruch einlegen wollen, sollten Sie einige Punkte beachten.
Bezahlen Sie unstrittige Beträge. Ein Beispiel: Rechnet der Anbieter den doppelten Preis ab, dann bezahlen Sie die Hälfte des Rechnungsbetrages. Falls der Rechnungsbetrag abgebucht wird, stornieren Sie die Abbuchung und überweisen Sie den korrekten Betrag. Weisen Sie die Telekom darauf hin, dass der Abbuchungsauftrag nicht erlöschen soll, falls Sie wünschen, dass die Telekom auch künftige Rechnungen von Ihrem Konto abbucht.
Informieren Sie die Telekom, welchen Rechnungsposten Sie gekürzt haben. Sonst wird jeder Rechnungsposten anteilig gekürzt.
Widersprechen Sie der Rechnung des jeweiligen Anbieters. Setzen Sie ein Schreiben auf, in dem Sie möglichst kurz und präzise erklären, warum Sie die Rechnung nicht oder nur zum Teil bezahlt haben. Geben Sie dabei Ihre Telefonnummer oder die Rechnungsnummer an, damit der Anbieter Ihren Widerspruch korrekt zuordnen kann.
Erhalten Sie ein Schreiben, das mit dem ‘gerichtlichen Mahnverfahren’ droht oder schreibt Ihnen eine Anwaltskanzlei, sollten Sie unbedingt rechtlichen Rat bei einer Verbraucherschutzorganisation oder einem Anwalt einholen.
Falls Sie die Leistungen von Drittanbietern nicht bezahlen, darf die Telekom Ihren Telefonanschluss nicht sperren. Nur wenn Sie bei der Telekom selbst Außenstände haben, ist diese zu einer Sperre berechtigt. Call-by-Call-Anbieter gehen in jüngster Zeit aber dazu über, einzelne Sparvorwahlen zu sperren, wenn ihre Rechnung nicht bezahlt wurde. Da die Anbieter gemeinsam Inkasso machen, können von einer solchen Sperre gleich mehrere Sparvorwahlen betroffen sein.






Akku-Rückruf

Das lange Leben brennbarer Batterien

Die gewaltige Rückrufaktion für Batterien aus Dell-Laptops ist die bisher größte in der Geschichte - aber beileibe kein Einzelfall. Gegenwärtige Akkus für mobile Elektronik sind ein Sicherheitsrisiko. Besserung aber ist auf Jahre hinaus nicht in Sicht.
Thomas Forqueran hat Glück gehabt. "Irgendwann kommt mal einer um", sagte er der "New York Times" - Forqueran selbst wurde beinahe zum Opfer einer explodierenden Notebook-Batterie. Nicht nur der Klappcomputer ging in Flammen auf - auch die Munition im Handschuhfach von Forquerans Geländewagen und der Benzintank. Das vierzig Jahre alte Erbstück brannte völlig aus - Forqueran saß aber gerade nicht darin. Jeden Abend sehe er den Dell-Werbespot mit dem Slogan "Was können wir heute für sie bauen?", sagte Forqueran der "Washington Post", "und ich sage - Opas Truck".


Forqueran verlor sein Auto im Juli, und schon vorher gab es zahlreiche Berichte über Dell-Laptops, die plötzlich Feuer fingen - schon seit Monaten kursierten etwa Bilder von einem brennenden Rechner bei einer Konferenz in Japan im Netz.
Erst am Montag dieser Woche jedoch entschloss Dell sich schließlich, insgesamt 4,1 Millionen Rechnerbatterien zurückzurufen. Alle wurden von Sony hergestellt. Im Augenblick prüft die Consumer Product Safety Commission der USA andere mit Sony-Batterien ausgestattete Laptops auf das Brandrisiko hin. Apple, HP und Lenovo gehören laut Reuters zu den Marken, die Akkus von Sony verwenden.
Die bislang größte derartige Rückrufaktion reflektiert aber nur ein generelles Problem: Litium-Ionen-Akkus, die nicht nur in tragbaren Rechnern sondern zum Beispiel auch in Mobiltelefonen, MP3-Playern und Digitalkameras stecken, sind ein Sicherheitsrisiko.
Sogar die amerikanische Luftfahrtbehörde registrierte dem "Wall Street Journal" zufolge eine ganze Reihe von Vorfällen, bei denen Rechner Feuer fingen. So ging auf dem Lufthansa-Flug 435 von Chicago nach München am 15. Mai eine Laptoptasche im Handgepäck der ersten Klasse in Flammen auf. Im vergangenen Februar fing ein Frachtflugzeug des United Parcel Service während der Landung in Philadelphia Feuer - das Flugzeug hatte unter anderem Lithium-Ionen-Batterien geladen.
Lange vor den in der vergangenen Woche vereitelten Terroranschlägen hätten Luftfahrt- und Sicherheitsbeamte vor der erhöhten Sicherheitsgefahr durch Laptop-Batterien gewarnt.
Das Problem ist ein prinzipielles: Akkus enthalten alle Komponenten, die man für ein hübsches Feuerchen braucht, nämlich Kohlenstoff, Sauerstoff und eine brennbare Flüssigkeit, eine Elektrolytlösung. Bei den meisten der entflammten Laptops war vermutlich bei der Produktion der Batterie ein winziger Metallpartikel entstanden, der in der Elektrolytlösung schwamm. Der sorgte dann für einen Kurzschluss und damit für einen winzigen Funken, der reichte, eine verhängnisvolle Kettenreaktion in Gang zu setzen.
Die Probleme werfen ein Schlaglicht auf ein prinzipielles Problem der Elektronikindustrie: Während Speicherplatz und Rechengeschwindigkeit in gewaltigem Tempo wachsen, während die entsprechenden Bauteile immer kleiner und damit mobiler werden, ist die Kapazität mobiler Akkus nicht entscheidend gewachsen. Die tragbaren Rechenkünstler der Gegenwart knabbern das harte Brot der frühen Jahre der Digitalisierung.
Schon vor Jahren wurden Brennstoffzellen als Alternative zum Lithium-Ionen-Akku angepriesen, Toshiba führte schon 2003 einen funktionierenden Prototyp vor - bis heute gibt es aber keine marktreifen Lösungen, die tatsächlich im Handel wären. Innovationen aus dem Bereich der Nanotechnologie sind allenfalls theoretisch vielversprechend - auch sie sind jedoch noch viele Jahre von tatsächlichen praktischen Umsetzungen entfernt.
Die "New York Times" zitiert einen Experten vom Lawrence Berkeley National Laboratory - er glaubt, dass Lithium-Ionen-Akkus noch ein Markt-Leben von "mindestens zehn Jahren" vor sich haben.





Die Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) werden von den Herstellern im Rahmen der Rückrufmaßnahmen immer mehr in Anspruch genommen. Diese erfreuliche Tatsache wird als Indiz dafür gewertet, dass die Nutzung dieser Anschriften mehr und mehr als Mittel zur wirksamen und effektiven Beseitigung von erheblichen Mängeln für die Verkehrssicherheit anerkannt wird.
Der langjährige Trend steigender Zahlen der vom KBA unterstützten Rückrufaktionen setzte sich auch im Jahr 2004 fort (Grafik). Die 137 Aktionen in 2004 (Vorjahr: 97) führten zu einem Anstieg um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das KBA hat sich entschlossen, beginnend mit dem Jahr 2004 die Aussagefähigkeit der Rückrufzahlen zu verbessern. Wichtig ist für die Öffentlichkeit die Information, wie oft in einem Jahr technische Mängel zur Auslösung von Rückrufaktionen geführt haben. Deshalb weist das KBA ab 2005 nur noch die Rückrufaktionen aus, die aufgrund eines technischen Mangels von den Herstellern im Kalenderjahr neu eingeleitet wurden. Früher umfasste die Anzahl der Rückrufaktionen neu eingeleitete Rückrufe und sogenannte Nachfassaktionen (Ziel von Nachfassaktionen ist es, Fahrzeughalter, die der Aufforderung zu einem früheren Rückruf nicht nachkamen oder nicht erreichbar waren, zur Teilnahme am Rückruf aufzufordern). Aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den bisherigen Zahlen werden für die Jahre 1998 -2004 die Rückruf- und Nachfassaktionen einzeln ausgewiesen.
Zu den einzelnen Rückrufaktionen wurden zwischen einem Fahrzeug und 337 068 Fahrzeuge pro Aktion ermittelt. 1 407 649 Fahrzeuge und Halter waren von dem vom KBA begleiteten Rückrufmaßnahme insgesamt betroffen. Mehr als die Hälfte der Rückrufaktionen (51 %) betraf Fahrzeuge der Baujahre 2002 und jünger. Die ältesten Fahrzeuge waren 27 Jahre alt.
Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurde in vier Fällen die Unterstützung eines Rückrufs mit Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister abgelehnt.
Alle Rückrufaktionen wurden von den Herstellern freiwillig eingeleitet. Hinsichtlich der Schwere des Mangels werden die Rückrufaktionen vom KBA unterschieden. In der alleinigen Verantwortung der Hersteller konnten 109 freiwillige Rückrufaktionen belassen werden. Als vom KBA überwachte Rückrufaktionen waren 28 Aktionen zu bezeichnen. Bei drei solcher sicherheitskritischen Rückrufaktionen ordnete das KBA über die örtlichen Zulassungsbehörden die Stilllegung von Fahrzeugen bei 15 Fahrzeughaltern an, die der mehrmaligen Aufforderung zur Beseitigung des Mangels nicht nachgekommen waren.









Weitere Rückrufaktionen für Notebook-Akkus?Direktanbieter Dell hat eine bislang beispiellose Rückrufaktion für Notebook-Akkus gestartet, da darin verbaute Zellen sich unter bestimmten Umständen überhitzen und einen Brand auslösen können. Das Ausmaß in Sachen Akku-Rückrufaktion könnte wie jetzt bekannt wurde allerdings noch größere Kreise ziehen. Neben Dell hatten die von Sony hergestellten Zellen auch noch andere Abnehmer. Von Eric Bonner

Der Dell-Rückruf von 4.1 Millionen Akkus, er wird als der größte innerhalb der Consumer-Electronics-Industrie bezeichnet, wurde gestartet, nachdem der Computerhersteller von Laptop-Besitzern über Überhitzungsprobleme in Kenntnis gesetzt wurde - Brandgefahr nicht ausgeschlossen. Eine Untersuchung förderte schließlich das schuldige Element zu Tage. "Unter bestimmten, sehr selten Umständen existiert ein erhöhtes Risiko, dass die Akkus überhitzen oder Feuer fangen - aufgrund der Gegenwart von metallischen Teilchen in einem kritischen Bereich der Batterie-Zelle", so Takashi Uehara, ein Sprecher für Sony in Tokyo.Die fraglichen Zellen wurden zwischen Januar 2004 und Februar 2006 von der Sony Energy Tech Inc. in Japan hergestellt. Und von Sony an Dell und andere Firmen verkauft. Unter Berufung auf Vertraulichkeitsvereinbarungen wollte das Unternehmen aber keine der möglicherweise betroffenen Firmen nennen.Das Unternehmen bestätigte indes aber, dass einige der Zellen auch in Akkus zum Einsatz kamen, die bei den eigenen Vaio-Notebooks mitgeliefert wurden. Eine Rückrufaktion wird es aber nicht geben. Ausschlaggebend für dieses Vorgehen von Sony ist wohl das Fehlen einiger der Faktoren, die zu den Problemen führen. Das Risiko hängt laut Uehara von der Systemkonfiguration ab. Ein Kurzschluss etwa führt typischerweise dazu, dass der Akku nutzlos wird, aber in einigen Fällen kann es eben zu den von Dell gemeldeten Bränden kommen. Zu den Faktoren, die dann noch mit hineinspielen, gehört, ob die Zellen parallel oder perpendikular angeordnet sind und auch, ob sie sich in der Nähe einer Wärmequelle wie etwa dem Prozessor oder der Stromzuführung befinden, so ein Sony-Sprecher in den USA.Die Spekulationen über das Ausmaß der Probleme mit den Zellen werden begleitet von schlechten Nachrichten für manch einen der betroffenen Laptop-Besitzer. Dell hat zwar seine Zulieferer die Produktion hochfahren lassen, aber einige Laptop-Besitzer werden sich auf längere Wartezeiten einstellen müssen. Betroffen sollen vor allem Besitzer von Modellen sein, die nicht mehr produziert werden.





Rückrufaktionen in der Kardiologie: Klinische Bedeutung für Patient und Arzt
Deutsches Ärzteblatt 93, Ausgabe 38 vom 20.09.1996, Seite A-2393 / B-2063 / C-1915
MEDIZIN: Aktuell

Die moderne interventionelle Kardiologie verwendet in zunehmendem Maße technisch aufwendige Prothesen aus nicht biologischen Materialien. Systematische Materialfehler bei Schrittmachersonden und Herzklappen führten in den letzten Jahren zu großen Rückrufaktionen. Der behandelnde Arzt muß daher für jeden einzelnen Patienten abwägen, ob das Risiko einer Explantation das Risiko eines plötzlichen Totalausfalls beziehungsweise der Zerstörung von Herz-, Lungen- und Gefäßstrukturen durch wandernde Teile überwiegt. Hier sollen beispielhaft Entscheidungshilfen für eine rationale Risikoabschätzung am Beispiel einer Vorhof-JHerzschrittmacherelektrode und einer Herzklappe gegeben werden.

Die Accufix-"J"-Vorhofelektrode von Telectronics wird durch einen (neben dem Leitungsdraht) zusätzlichen Draht in ihrer typischen J-Form gehalten. Da hierdurch das Plazieren und Verankern im Vorhof erleichtert wird, wurde diese populäre Elektrode weltweit 40 000fach eingesetzt, in Deutschland etwa 800 mal.
Im Herbst 1994 wurden erstmals zwei Todesfälle durch Brüche des Zusatzdrahtes bekannt (Dt Ärztebl 1995; 92: A-816-817 [Heft 12]). In beiden Fällen perforierten die aus der Polyurethan-Isolierung herausragenden Enden des gebrochenen Zusatzdrahtes die Aorta. Weitere bis jetzt dokumentierte Komplikationen von wandernden Drahtfragmenten sind Perikardergüsse und -tamponaden, Penetration des rechten Vorhofs und multiple Perikardperforationen (10) und Migration des Fragmentes in die Lunge beziehungsweise Pulmonalarterien. Da ein Großteil aller verstorbenen Schrittmacherpatienten nicht autopsiert wird, bleibt die wirkliche Zahl der tödlichen Drahtbruchkomplikationen Spekulation. Aufgrund mangelnder Daten konnte zunächst keine Risikoabschätzung für die Indikation einer elektiven Explantation der Elektrode erfolgen.
Heute liegen nun zum einen Daten aus einer von der Herstellerfirma Telectronics organisierten Zusammenstellung der Ergebnisse von in verschiedenen Zentren betreuten Trägern der Sonde vor (n = 1 604, 217 Explantationen, 16 Prozent Frakturen [11]). Zum anderen berichteten Lloyd, Hayes und Holmes über ihre Erfahrung mit den von der Mayo-Klinik betreuten betroffenen Patienten (n = 156, 39 Extraktionen, 40 Frakturen [25 Prozent] [4]). Da die feinen, eventuell noch in der Polyurethan-Hülle liegenden Drahtfragmente in einer Röntgenthoraxaufnahme kaum dargestellt werden können (Sensitivität für alle Frakturen nur 18 Prozent), wird von allen Autoren als Screening-Methode die digitale Durchleuchtung (computerisierte digitale Verarbeitung des Durchleuchtungsbildes zur Anhebung von Kantenkontrasten) empfohlen. Durch Rückschlüsse aus Beweglichkeit und Verformung der Elektrode im schlagenden Herzen weist diese Methode Drahtbrüche mit der höchsten Sensitivität (63,5 Prozent, Spezifität 99,5 Prozent) nach.
Tabelle 1 faßt die vorläufigen Empfehlungen für die betroffenen Patienten zusammen. Diese Empfehlungen basieren allerdings auf einem von der Firma Telectronics erarbeiteten Konzept, zu dem es von seiten der Ärzteschaft (Arbeitsgruppe Herzschrittmacher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie) noch keine eindeutige Stellungnahme oder kritische Bewertung gibt.
Da bei Patienten mit einem
negativen Durchleuchtungsergebnis nicht routinemäßig zur Explantation geraten wurde, ist der negative Prädiktionswert einem großen Unsicherheitsfaktor unterworfen. Daher ist die Empfehlung, Patienten mit zur Zeit nicht bestehendem Frakturverdacht lediglich alle sechs Monate zu überwachen, umstritten - zumal man die psychologische Dimension gerade dieser Patienten, die mit dem Gefühl einer "Zeitbombe" im Herzen leben, mitberücksichtigen muß.
Andererseits sind bei insgesamt 1 779 Extraktionen der Accufix-Elektroden bisher vier Todesfälle aufgetreten, und zwar nicht durch den gebrochenen J-Draht, sondern durch Komplikationen der Sondenentfernung per se (zum Beispiel Vorhofperforation).
Die Explantation sollte daher, auch aus forensischen Gründen, nur an Kliniken erfolgen, die über die Möglichkeit einer herzchirurgischen Intervention im Falle einer Komplikation verfügen.
Man muß also das rechnerische Risiko einer Fraktur (bis zu 25 Prozent) mit ungewissen Konsequenzen dem der Mortalität bei Explantation (ungefähr 0,5 Prozent) gegenüberstellen. Jüngere Patienten sind generell eher Kandidaten für eine Extraktion, weil sie noch eine längere Implantatverweildauer vor sich und wegen der geringeren Komorbidität ein niedriges Operationsrisiko haben, außerdem ist die Frakturrate bei den bis 40 Jahre alten Patienten am größten. Bei den über 80jährigen erscheint das Risiko der Explantation größer als das einer Verletzung durch den J-Draht. !

Die Björk-Shiley-Kippscheibenklappe
Während bei der Accufix-Elektrode nach einem Jahr der Kenntnisstand leider noch keine eindeutigen Empfehlungen für die betroffenen und besorgten Patienten erlaubt, kann man bei der Frage des prophylaktischen Klappenersatzes der 60 Grad- und 70 Grad-Björk-Shiley-Kippscheibenklappe auf eine knapp 10jährige Erfahrung zurückgreifen.
Bis 1986 wurden weltweit etwa 86 000 (in Deutschland 3 700) Björk-Shiley-(konvex-konkav)Kippscheibenklappen implantiert, davon 82 000 mit einem Öffnungswinkel von 60 Grad und 4 000 mit einem von 70 Grad. Knapp 50 000 Betroffene leben noch. Bei der 1969 entwickelten und danach modifizierten Klappe wurde der erste Bruch der Ausflußstrebe 1978 bei einer Aortenersatzklappe berichtet, bis heute sind 568 solcher Brüche erfaßt.
Der Hersteller hat auf die ersten Berichte mit verstärkten Qualitätskontrollen und zusätzlichen Belastungstests reagiert. Retrospektive statistische Analysen zeigten, daß insbesondere die 8 000 zwischen Februar 1981 und März 1982 hergestellten Klappen eine deutlich höhere Frakturrate hatten. Im Oktober 1985 wurden auch die später produzierten 29- bis 33-Millimeter-Klappen zurückgerufen und die weitere Produktion eingestellt. Nach retrospektiven Analysen von ersten größeren Serien in Europa 1987 und den USA 1988 und nach entsprechenden Langzeitbeobachtungen (1,2) wertete 1993 eine niederländische Arbeitsgruppe (3,5) die Frakturraten von 2 588 zwischen 1979 und 1985 implantierten Klappen aus. Es wurden konkrete Altersgrenzen ermittelt, unterhalb derer eine prophylaktische Klappenreoperation in der Regel prognostisch günstig ist (allerdings in Abhängigkeit von einer recht niedrigen hypothetischen Reoperationsmortalität von unter drei Prozent):
Alle Patienten mit großen 70 Grad-Klappen, Patienten unter 50 Jahren mit kleinen 70 Grad-Klappen und Patienten unter 45 Jahren mit großen 60 Grad-Klappen. Bei der Aortenklappe liegen diese Altersgrenzen höher als bei der Mitralklappe - wegen der hohen Mortalität nach Aortenklappenfrakturen und des relativ geringeren Operationsrisikos.
Im Einzelfall sind die Details des Herstellungsprozesses wichtig: Es wurden bei 24 explantierten Klappen sieben mit einer einseitigen Strebenfraktur und zwei mit Ermüdungserscheinungen gefunden, und anhand der Firmenunterlagen konnten individuelle Schweißer für zahlreiche defekte Klappen identifiziert werden (6). Das Shiley Heart Valve Research Centre wertet kontinuierlich die eintreffenden Daten aus und rechnet das vermeintliche individuelle Risiko jeder einzelnen Klappe anhand der Seriennummer hoch (9). Dieses "Klappenrisiko" muß dem generell erhöhten Reoperationsrisiko gegenübergestellt werden, ein guter Anhalt dafür ergibt sich aus Analogieschlüssen von elektiven Reoperationen degenerierter Bioprothesen (8). Für die besonders frakturgefährdeten Klappen mit dem Öffnungswinkel von 70 Grad sieht das rechnerische Risiko folgendermaßen aus: Bei den großen Klappen in Mitralposition beträgt die jährliche Frakturrate bis zu 2,5 Prozent - etwa die Hälfte der Patienten kann dann durch eine sofortige Operation noch gerettet werden. Von den in der Regel kleineren Klappen in Aortenposition brechen bis zu ein Prozent pro Jahr - mit akuter massiver Aorteninsuffizienz mit fast immer tödlichem Ausgang. Dem steht eine Reoperationsmortalität von bis zu fünf Prozent (und eine Morbidität von bis zu zehn Prozent) gegenüber.
Neben den klappen-spezifischen Daten fanden sich nur noch Alter und Körperoberfläche der Patienten als Kriterien zum genaueren Abschätzen des persönlichen Risikos (12). Hingegen hilft das typische Bruchverhalten der Björk-Shiley-Klappen entscheidend bei der individuellen Risikostratifizierung. In der Regel bricht zunächst ein Bein der Strebe, und die daraus resultierende Separation kann durch hochauflösende Röntgenfilmaufnahmen sichtbar gemacht werden. In den USA wurden so bei einem Kollektiv von 315 Patienten mit einem erhöhten Risiko elf Klappen mit einer "wahrscheinlichen" oder "sicheren" einseitigen Fraktur identifiziert (7). Von diesen wurden zehn ausgetauscht und der Verdacht in neun Fällen bestätigt. Allerdings traten während der zweijährigen Studie zwei Frakturen von radiologisch als unauffällig befundeten Klappen auf. Ein anderes vielversprechendes Verfahren zur Früherkennung von drohenden Frakturen, die direkt vergrößernde Radiographie mit Mikrofokus, wurde in Europa zuerst am Universitätsklinikum Aachen initiiert, welches nach Auskunft der beteiligten Arbeitsgruppen bisher jedoch nur prototypisch eingesetzt und getestet wird und noch nicht reif für den klinischen Einsatz ist. Verschiedene Berichte zeigen, daß auch die Klappen anderer Hersteller in Einzelfällen frakturieren können (zum Beispiel Duromedics), insgesamt sind die anderen potentiellen Komplikationen mechanischer Klappen (insbesondere die thrombembolischen) im Regelfall häufiger als die durch Materialfehler.
Tabelle 2 faßt die Altersgrenzen für eine prognostisch günstige Klappenreoperation zusammen. Anhand der Seriennummer läßt sich das individuelle Risiko noch genauer eingrenzen, die Entscheidung über ein individuelles Vorgehen muß mit einem Kardiologen oder Herzchirurgen abgesprochen werden.

Die Konsequenzen
Es ergibt sich als Konsequenz insbesondere für alle Hersteller medizinischer Prothesen eine Sorgfaltspflicht, von der auch unter den harten Konkurrenzbedingungen des Wettbewerbes nicht abgewichen werden darf. Ohne Verwendung von Fremdmaterialien sind viele moderne Therapiewege verschlossen. Das Streben nach perfekten Sicherheitsstandards hat natürlich seinen finanziellen Preis. Ein Restrisiko bleibt, denn die Anforderungen an die Belastbarkeit ist bei Herzklappen bei über 30 Millionen Herzschlägen pro Jahr beträchtlich. Wie gut eine Technik ist, stellt sich oft erst nach jahrelangem Einsatz in großen Kollektiven heraus. Prinzipiell ist eine unverzügliche Benachrichtigung der Ärzte über Rückrufaktionen notwendig und die Information der Öffentlichkeit unvermeidlich. Oft ist es schwierig, eine rationale Vorgehensweise ad hoc festzulegen und Panik zu vermeiden, weil die statistischen Risiken bei Verbleiben beziehungsweise Entfernung des Produktes noch nicht bekannt sind.
Wie auf vielen anderen Gebieten ist gerade hier die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Internisten und Chirurgen unabdingbar. Die Empfehlung an den einzelnen Patienten muß immer von dessen individueller Situation abhängig gemacht werden.








Rückrufaktionen haben sehr negative Auswirkungen10.02.2006
Automobilkonzernen ist das ganze Ausmaß einer Rückrufaktion oftmals gar nicht bewusst, meint Konrad Weßner, der Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Puls. Puls veröffentlichte eine Studie wonach die Auswirkungen einer Rückrufaktion nicht nur am Image kratzen, sondern bereits getroffene Kaufentscheidungen maßgeblich beeinflussen können. Besonders ausgeprägt ist der Schaden bei Neuwagenkäufern. Rund ein Fünftel der potenziellen Käufer gaben an, eine Rückrufaktion erschüttere ihr Vertrauen in eine Marke sehr stark, bei weiteren 30,9 Prozent wird es stark geschädigt. Sehr wahrscheinlich werden 5,5 Prozent von einer bereits entschiedenen Kaufpräferenz durch eine Rückrufaktion abgehalten. Für weitere 14,5 Prozent ist dies wahrscheinlich und 30 Prozent gaben an davon nicht beeinflusst zu werden.Die Marke, die aktuell am häufigsten mit Rückrufaktionen in Verbindung gebracht wird, ist Mercedes. Es nannten 22,8 Prozent Mercedes an erster Stelle. Weßner vermutet, dass dies durch die große Rückrufaktion im März 2005, bei der Mercedes 1,3 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt holen musste, verursacht wurde. Mit VW verbanden 5,1 Prozent Rückrufaktionen und mit BMW 2,2 Prozent. Insgesamt werden 45 Prozent der Autokäufer durch eine Rückrufaktion, zumindest kurzfristig, beeinflusst.




Rückrufaktionen nehmen zu
Immer öfter werden Autos wegen Sicherheitsmängeln wieder in die Werkstätten gerufen. Gründe sind nicht mangelnde Qualität, sondern dass mehr auf Details geachtet wird - und auf die geänderte Produkthaftung.

Immer häufiger werden Autos in Deutschland wegen Sicherheitsmängeln in die Werkstätten gerufen. Das geht aus dem Jahresbericht des Kraftfahrtbundesamtes hervor, den das Bundesverkehrsministerium am Montag in Berlin bestätigte. Die Entwicklung bedeute aber nicht, dass die Autos unsicherer würden, sondern, dass stärker auf jedes Detail geachtet werde. "Wir sehen darin keine Gefahr sondern die Gründlichkeit der Arbeit", sagte ein Sprecher. Ähnlich äußerte sich ein Automarkt-Experte in Bochum. Die Tageszeitung "Die Welt" hatte über die Entwicklung berichtet.

2003 Zunahme von 13 Prozent
Laut dem Bericht, der nach Worten des Ministeriumssprechers schon seit längerem auf den Internetseiten des Kraftfahrtbundesamtes verfügbar ist, hat die Zahl der Rückrufaktionen in Deutschland 2003 den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Insgesamt habe es im vergangenen Jahr 144 Rückrufaktionen gegeben - ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2002. Von den Aktionen seien 2003 insgesamt 939.884 Fahrzeuge und Halter betroffen gewesen.

Häufigste Gründe für die Rückrufaktionen waren demnach im Jahr 2003 brechende oder reißende Fahrwerkskomponenten, die Fehlauslösung von Airbags, fehlerhafte Sicherheitsgurte, plötzlich brechende Räder, nicht korrekt verriegelte Anhängerkuppelungen und elektronische Motorsteuergeräte, die ungewollte Beschleunigungen hervorriefen.

Experte: "Nicht weniger Sicherheit"
Automarkt-Experten sehen in der gestiegenen Anzahl der Rückrufaktionen jedoch keinen Hinweis auf einen Verlust an Sicherheit bei Autos. "Es ist eher umgekehrt", sagte Professor Ferdinand Dudenhöffer in Bochum. Die Hersteller riefen bei Mängeln früher zurück als noch vor einigen Jahren. Gründe für die weltweit gestiegene Zahl der Rückrufe seien auch gestiegene gesetzliche Anforderungen etwa bei der Produkthaftung, betonte Dudenhöffer. Das Risiko steige ferner mit der Anzahl der Modelle und Varianten. Und außerdem gebe es immer mehr Rückrufe wegen Defekten bei elektrischen und elektronischen Komponenten.

Einen weiterer Grund sieht Dudenhöffer in einem zunehmenden Druck des Marktes, neue Modelle zu bringen. "Wenn man schneller entwickelt, können sich auch leichter Fehler einschleichen." Dudenhöffer ist Professor für Marketing und Direktor des Center of Automotive Research an der Fachhochschule Gelsenkirchen.


Rückruf von Autos
Wenn der Hersteller "rückruft"
Beginn des Inhaltes
Mangelhafte Elektronik oder defekte Sitzheizungen - immer öfter rufen Autohersteller ihre Fahrzeuge zurück. Das Problem: Die Übernahme der Reparaturkosten ist rechtlich nicht geregelt.
Immer mehr Neuwagen müssen zurück in die Werkstatt, um Qualitätsmängel auszubessern. Aktuelles Beispiel: Mercedes-Benz. Der Autohersteller hat im März die größte Rückrufaktion in seiner Konzerngeschichte durchgeführt. 1,3 Millionen Personenwagen wurden in die Werkstätten gerufen. Der Grund: Überprüfung der Bremsanlagen, Elektronik und Software. Auch BMW hatte zuvor aufgrund von defekten Sitzheizungen sämtliche Fahrzeuge überprüfen müssen.
Und die Statistik zeigt: Technische Probleme bei Autos, die auf Fehlern der Hersteller beruhen, sind keine Einzelfälle mehr. Im letzten Jahr mussten in Deutschland 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt gerufen werden. Tendenz seit Jahren steigend. Die häufigsten Gründe waren Mängel am Rahmen und Fahrwerk, an der Anhängerkupplung, an Sicherheitsgurten und Sitzen, an Reifen, Elektrik und Elektronik. Meist werden die Rückrufaktionen von den Herstellern selbst freiwillig und in Abstimmung mit dem Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) eingeleitet. Auffällig ist, dass mehr als die Hälfe der Rückrufe Fahrzeugen galt, die nicht älter als drei Jahre waren. Betroffen sind fast alle namhaften Marken: BMW und Mercedes ebenso wie VW und Toyota. Einzig Opel konnte 2004 eine fast saubere Bilanz vorweisen.
Für die betroffenen Autofahrer ist wichtig, dass sie bei einem Rückruf möglichst umgehend die Werkstatt aufrufen. Ansonsten besteht unter Umständen weiter erhöhte Unfallgefahr oder der Anspruch auf Schadensersatz geht verloren. Die Übernahme der Kosten durch den Hersteller ist nur dann rechtlich nahezu sicher, wenn Ihr Fahrzeug nicht älter als zwei Jahre ist. Dann gilt die so genannte Sachmittelhaftung (bekannt auch als Gewährleistungsfrist).
Meist sind die Hersteller auch bei älteren Modellen kulant, denn sie fürchten den Imageschaden durch öffentliche Diskussionen über Schäden an ihren Fahrzeugen. Das Problem: Die Übernahme der Kosten bei Mängeln, die die Sicherheit eines älteren Fahrzeuges bedrohen, ist gesetzlich nicht geregelt. Leidtragende sind oft "Pioniere", an deren Fahrzeugen die Schäden zum ersten Mal auftreten. Sie bleiben immer wieder auf den Reparaturkosten sitzen. Der ADAC fordert deshalb von den Herstellern und dem Gesetzgeber, hier klarere Regeln zu schaffen.
Rechtslage bei älteren Fahrzeugen schwierig
Bei Fahrzeugen, die älter als zwei Jahre sind, gilt bis zu zehn Jahre lang das so genannte Produkthaftungsrecht. Dadurch ist der Hersteller gezwungen, für alle Schäden zu haften, die durch ein fehlerhaftes Fahrzeug verursacht werden, nicht aber für die Schäden oder den Mangel am Fahrzeug selbst. Wollen Sie wissen, welche Mängel bei Ihrem Fahrzeug schon aufgetreten sind, können Sie sich beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg erkundigen. Denn durch das so genannte Produktsicherungsgesetz sind die Autohersteller verpflichtet, dort alle sicherheitsrelevanten Mängel zu melden.
Ein kostenloses Ersatzfahrzeug wird übrigens bei der Durchführung von Rückrufaktionen nur in Ausnahmefällen zur Verfügung gestellt. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Gast

Beitragvon Gast » Di 12.09.2006 07:54

Hier gibt es ein paar eindrucksvolle URAL Movies

Death Valley ist von den Jungs aus dem Advrider-Forum

JD

Holgi
Moderator Motorräder
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Registriert: Do 12.07.2001 12:00

Beitragvon Holgi » Di 12.09.2006 09:01

Rückruf-Abzocke
Ankommende Anrufe kosten 0190-Gebühren
Die Telefongesellschaft Prompt hat einen neuen Weg gefunden, um für Mehrwertdienste abzukassieren: Anrufe beim Telefonkunden erscheinen als 0190-Gespräch auf dessen Telefonrechnung.
Die Frage der Telefonistin: ‘Wollen Sie die Kosten für den Anruf übernehmen?’ kannten Deutsche bisher nur aus amerikanischen Filmen. Dort ist das so genannte ‘Reverse Charging’ verbreitet, eine praktische Möglichkeit für Telefonate von Münzfernsprechern, wenn der Gesprächspartner gerade kein Kleingeld zur Verfügung hat. In Deutschland gibt es diese Möglichkeit nun auch. Doch der Servicegedanke steht dabei im Hintergrund, in erster Linie geht es den Anbietern offenbar darum, Kasse zu machen.
Die Telefongesellschaft Prompt hat den Rückruf als neue Einnahmequelle erschlossen. Für einen Anruf beim Kunden kassiert der Anbieter 0190-Gebühren. Der Ablauf ist einfach: Der Kunde ruft eine kostenfreie 0800-Rufnummer an und gibt dort die Nummer des Anschlusses an, auf dem er einen Rückruf wünscht. Anschließend erfolgt ein Anruf von Prompt - zu 0190-Konditionen. Den Posten findet der Angerufene anschließend auf der Telefonrechnung mit dem Stichwort TeleInternet Services.
Offensichtlich rechnet Prompt bereits damit, dass die Kunden für die Abrechnung kommender Anrufe kein Verständnis aufbringen: Auf der Webseite findet sich eine Information darüber, wie der fragliche Rechnungsposten zu Stande gekommen ist. Nach diesen Angaben kann der Rückruf entweder über den Anruf bei einer kostenfreien Rufnummer oder über das Internet angefordert werden. In beiden Fällen wird die Identität des Anrufers nicht überprüft.
Eines der ersten entsprechenden Angebote, ‘Recall Direct’ der Firma EST24, ging im Juli in Betrieb. Nach Angaben der Firma handelte es sich nur um einen Testlauf, allerdings tauchten die entsprechenden Posten bereits auf Telefonrechnungen von Kunden auf. Bei EST24 konnte man während des Tests von jedem beliebigen deutschen Anschluss aus anrufen, sogar vom Handy. Der Anrufer erhielt eine Ansage mit dem Hinweis, dass der Rückruf kostenpflichtig sein werde und der Aufforderung, die gewünschte Telefonnummer im Festnetz einzutippen. An dieser Stelle nannte der Anbieter einen Minutenpreis von 1,99 Euro.
Im Rückruf selbst wurde der Angerufene nur gefragt, ob er das Angebot kenne. Bestätigte er durch Drücken einer Taste, dann erfolgte die Berechnung des Dienstes. Offenbar will EST24 den Dienst in Kürze in Betrieb nehmen. Unter www.est24.de/Express%20Dating.htm findet sich ein entsprechendes Angebot. Offenbar ist die Anforderung per Handy jetzt nicht mehr möglich.
Der Zweck des Rückrufdienstes ist klar: Die Hemmschwelle für den Anruf soll gesenkt werden, da dieser ja zunächst nichts kostet. Ferner umgeht der Anbieter mit dem Rückruf sämtliche Rufnummernsperren, selbst eine Komplettsperre für abgehende Anrufe. Potenzielle Opfer sind die Eigentümer von Telefonanschlüssen an leicht zugänglichen Orten, beispielsweise in Vereinsheimen. Dort ist es üblich, sämtliche gehenden Verbindungen zu sperren, um teure Telefonate zu verhindern. Es gehört zwar etwas kriminelle Energie dazu, einen kostenpflichtigen Rückruf auf einen fremdem Anschluss anzufordern, aber die wird sich zweifellos finden. Die Zeche zahlt letztlich der Anschlussinhaber.
In Firmen und Behörden ist die Lage noch prekärer. Weder Telefonanlage noch Endgeräte zeichnen üblicherweise kommende Anrufe auf. Das verhindern technische Gegebenheiten und in einigen Fällen auch datenschutzrechtliche Richtlinien. Bislang genügte es, bestimmte Rufnummernblöcke für abgehende Anrufe zu sperren. Nun können aber erhebliche Kosten für kommende Anrufe entstehen, für die es keinerlei Sperrmöglichkeit gibt.
Für den Verbraucher bietet die Abrechnung per Rückruf keinen Vorteil gegenüber den bisherigen Mehrwertnummern. Nur für Abzocker eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten: Würde ein Anbieter in betrügerischer Absicht Verbindungen zu beliebigen Nummern herstellen und anschließend behaupten, dass eine Anforderung des Rückrufs erfolgt sei, würde er die Angerufenen in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Nach den datenschutzrechtlichen Vorschriften dürfen die Daten kostenfreier Anrufe nicht gespeichert werden, da sie nicht für die Abrechnung erforderlich sind. Der Kunde kann also nicht nachweisen, dass er keinen Anruf bestellt hat. Wenn der Anbieter keine Aktion des Angerufenen voraussetzt - beispielsweise durch Drücken einer Taste am Telefon - und dann der Anrufbeantworter ‘drangeht’, können hohe Kosten entstehen, ohne dass das Opfer zunächst eine Möglichkeit hat, sich dagegen zu wehren.
Aber auch für den Betreiber ist der neue Dienst nicht ganz problemlos: Der Call-by-Call-Anbieter Prompt kann nur bei Telekom-Anschlüssen eine Rechnung stellen. Telefongesellschaften wie Arcor oder M’’net haben keine Inkasso-Vereinbarung mit Prompt. Es dürfte schwierig bis unmöglich werden, die entsprechenden Forderungen bei anderen Netzbetreibern geltend zu machen. Die Telefonnummern der Kunden geben keinen Aufschluss darüber, bei welcher Telefongesellschaft sie geschaltet sind, denn der An-schlussinhaber kann seine Nummer zu anderen Telefongesellschaften mitnehmen. Nach Auskunft der Prompt-Mutter Extracom ist aber ein Rückruf zu Telefonzellen technisch ausge-schlossen.
Die Probleme mit dem Rückruf sieht man bei Extracom gelassen. Man stelle lediglich die Technik zur Verfügung und sei für Inhalte und Abwicklung nicht verantwortlich. Nach Auskunft von Extracom sollen auch Sperren vorgesehen sein, die verhindern, dass bestimmte, zuvor festgelegte Rechnungsbeträge für einen Telefonanschluss überschritten werden. Eine Sperre für bestimmte Rufnummern auf Wunsch des Kunden ist offensichtlich nicht vorgesehen. Diese könnte nur Prompt installieren, für die Telekom handelt es sich bei dem 0190-Rückruf um einen ganz normalen kommenden Anruf.
Bei den Verbraucherzentralen ist man bereits sensibilisiert, doch Beschwerden sind dort noch nicht angekommen; vermutlich, weil der Dienst einfach noch zu neu ist. Eine rechtliche Handhabe gegen solche Dienste gibt es derzeit nicht, so die erste Bewertung. Wer an seinem Anschluss teure Anrufe entgegen nimmt, könnte von einem Gericht durchaus zur Zahlung verurteilt werden, analog zur Entwicklung im 0190-Sektor.
Auch die Freiwillige Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste (FST) ist auf die Praktiken aufmerksam geworden. Dort liegt bereits die erste Beschwerde über einen Rückrufdienst vor. ‘In unserem Verhaltenskodex sind Regelungen zu Rückrufdiensten noch nicht enthalten. Das wird Thema auf unserer nächsten Vorstandssitzung sein’, so der Vorsitzende der FST, Hans-Joachim Kruse. Prompt und Extracom sind allerdings nicht Mitglieder der FST und somit nicht verpflichtet, dem FST-Kodex Folge zu leisten. Die FST will für ihren Kodex die kartellrechtliche Anerkennung erreichen. Das würde es Gerichten erleichtern, die Vorschriften der Selbstkontrolle als für die Branche verbindlich zu bewerten. Gesetzeskraft hätten sie aber auch mit der kartellrechtlichen Anerkennung nicht.
Bei der Regulierungsbehörde prüft man den Fall in rechtlicher Hinsicht - bislang noch ohne Ergebnis. Der Gesetzgeber hat wohl nicht mit dem Erfindungsreichtum der Mehrwertbranche gerechnet, die Telekommunikations-Kundenschutzverordnung (TKV) gibt für einen solchen Fall keine Regeln vor. Es ist ganz offensichtlich: Die kürzlich erst novellierte Telekommunikations-Kundenschutzverordnung (TKV) bedarf dringend einer weiteren Überarbeitung, um das Versprechen, dass sie den Kunden schützt, einzulösen.
Um die jüngsten Auswüchse der Branche zu verhindern, müsste man zwei zusätzliche Punkte aufnehmen:
· Mehrwertdienste (Dienste mit Auszahlung an den Anbieter) dürfen nur mit den dafür vorgesehenen Vorwahlen betrieben werden;
· das Erbringen eines Mehrwertdienstes per Weitervermittlung (beispielsweise von einem Auskunftsdienst) oder per Rückruf ist unzulässig.
Dann hätte die Regulierungsbehörde ein Werkzeug an der Hand, mit dem der Wildwuchs in der Branche beschnitten werden könnte und der Kunde könnte seinen Anschluss für Mehrwertdienste zuverlässig sperren lassen. Momentan ist man vor 0190-Abzockern nur dann wirklich sicher, wenn man ganz auf einen Telefonanschluss verzichtet. (uma)
Widerspruch gegen die Telefonrechnung
Wenn Sie gegen Ihre Telefonrechnung Widerspruch einlegen wollen, sollten Sie einige Punkte beachten.
Bezahlen Sie unstrittige Beträge. Ein Beispiel: Rechnet der Anbieter den doppelten Preis ab, dann bezahlen Sie die Hälfte des Rechnungsbetrages. Falls der Rechnungsbetrag abgebucht wird, stornieren Sie die Abbuchung und überweisen Sie den korrekten Betrag. Weisen Sie die Telekom darauf hin, dass der Abbuchungsauftrag nicht erlöschen soll, falls Sie wünschen, dass die Telekom auch künftige Rechnungen von Ihrem Konto abbucht.
Informieren Sie die Telekom, welchen Rechnungsposten Sie gekürzt haben. Sonst wird jeder Rechnungsposten anteilig gekürzt.
Widersprechen Sie der Rechnung des jeweiligen Anbieters. Setzen Sie ein Schreiben auf, in dem Sie möglichst kurz und präzise erklären, warum Sie die Rechnung nicht oder nur zum Teil bezahlt haben. Geben Sie dabei Ihre Telefonnummer oder die Rechnungsnummer an, damit der Anbieter Ihren Widerspruch korrekt zuordnen kann.
Erhalten Sie ein Schreiben, das mit dem ‘gerichtlichen Mahnverfahren’ droht oder schreibt Ihnen eine Anwaltskanzlei, sollten Sie unbedingt rechtlichen Rat bei einer Verbraucherschutzorganisation oder einem Anwalt einholen.
Falls Sie die Leistungen von Drittanbietern nicht bezahlen, darf die Telekom Ihren Telefonanschluss nicht sperren. Nur wenn Sie bei der Telekom selbst Außenstände haben, ist diese zu einer Sperre berechtigt. Call-by-Call-Anbieter gehen in jüngster Zeit aber dazu über, einzelne Sparvorwahlen zu sperren, wenn ihre Rechnung nicht bezahlt wurde. Da die Anbieter gemeinsam Inkasso machen, können von einer solchen Sperre gleich mehrere Sparvorwahlen betroffen sein.






Akku-Rückruf

Das lange Leben brennbarer Batterien

Die gewaltige Rückrufaktion für Batterien aus Dell-Laptops ist die bisher größte in der Geschichte - aber beileibe kein Einzelfall. Gegenwärtige Akkus für mobile Elektronik sind ein Sicherheitsrisiko. Besserung aber ist auf Jahre hinaus nicht in Sicht.
Thomas Forqueran hat Glück gehabt. "Irgendwann kommt mal einer um", sagte er der "New York Times" - Forqueran selbst wurde beinahe zum Opfer einer explodierenden Notebook-Batterie. Nicht nur der Klappcomputer ging in Flammen auf - auch die Munition im Handschuhfach von Forquerans Geländewagen und der Benzintank. Das vierzig Jahre alte Erbstück brannte völlig aus - Forqueran saß aber gerade nicht darin. Jeden Abend sehe er den Dell-Werbespot mit dem Slogan "Was können wir heute für sie bauen?", sagte Forqueran der "Washington Post", "und ich sage - Opas Truck".


Forqueran verlor sein Auto im Juli, und schon vorher gab es zahlreiche Berichte über Dell-Laptops, die plötzlich Feuer fingen - schon seit Monaten kursierten etwa Bilder von einem brennenden Rechner bei einer Konferenz in Japan im Netz.
Erst am Montag dieser Woche jedoch entschloss Dell sich schließlich, insgesamt 4,1 Millionen Rechnerbatterien zurückzurufen. Alle wurden von Sony hergestellt. Im Augenblick prüft die Consumer Product Safety Commission der USA andere mit Sony-Batterien ausgestattete Laptops auf das Brandrisiko hin. Apple, HP und Lenovo gehören laut Reuters zu den Marken, die Akkus von Sony verwenden.
Die bislang größte derartige Rückrufaktion reflektiert aber nur ein generelles Problem: Litium-Ionen-Akkus, die nicht nur in tragbaren Rechnern sondern zum Beispiel auch in Mobiltelefonen, MP3-Playern und Digitalkameras stecken, sind ein Sicherheitsrisiko.
Sogar die amerikanische Luftfahrtbehörde registrierte dem "Wall Street Journal" zufolge eine ganze Reihe von Vorfällen, bei denen Rechner Feuer fingen. So ging auf dem Lufthansa-Flug 435 von Chicago nach München am 15. Mai eine Laptoptasche im Handgepäck der ersten Klasse in Flammen auf. Im vergangenen Februar fing ein Frachtflugzeug des United Parcel Service während der Landung in Philadelphia Feuer - das Flugzeug hatte unter anderem Lithium-Ionen-Batterien geladen.
Lange vor den in der vergangenen Woche vereitelten Terroranschlägen hätten Luftfahrt- und Sicherheitsbeamte vor der erhöhten Sicherheitsgefahr durch Laptop-Batterien gewarnt.
Das Problem ist ein prinzipielles: Akkus enthalten alle Komponenten, die man für ein hübsches Feuerchen braucht, nämlich Kohlenstoff, Sauerstoff und eine brennbare Flüssigkeit, eine Elektrolytlösung. Bei den meisten der entflammten Laptops war vermutlich bei der Produktion der Batterie ein winziger Metallpartikel entstanden, der in der Elektrolytlösung schwamm. Der sorgte dann für einen Kurzschluss und damit für einen winzigen Funken, der reichte, eine verhängnisvolle Kettenreaktion in Gang zu setzen.
Die Probleme werfen ein Schlaglicht auf ein prinzipielles Problem der Elektronikindustrie: Während Speicherplatz und Rechengeschwindigkeit in gewaltigem Tempo wachsen, während die entsprechenden Bauteile immer kleiner und damit mobiler werden, ist die Kapazität mobiler Akkus nicht entscheidend gewachsen. Die tragbaren Rechenkünstler der Gegenwart knabbern das harte Brot der frühen Jahre der Digitalisierung.
Schon vor Jahren wurden Brennstoffzellen als Alternative zum Lithium-Ionen-Akku angepriesen, Toshiba führte schon 2003 einen funktionierenden Prototyp vor - bis heute gibt es aber keine marktreifen Lösungen, die tatsächlich im Handel wären. Innovationen aus dem Bereich der Nanotechnologie sind allenfalls theoretisch vielversprechend - auch sie sind jedoch noch viele Jahre von tatsächlichen praktischen Umsetzungen entfernt.
Die "New York Times" zitiert einen Experten vom Lawrence Berkeley National Laboratory - er glaubt, dass Lithium-Ionen-Akkus noch ein Markt-Leben von "mindestens zehn Jahren" vor sich haben.





Die Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) werden von den Herstellern im Rahmen der Rückrufmaßnahmen immer mehr in Anspruch genommen. Diese erfreuliche Tatsache wird als Indiz dafür gewertet, dass die Nutzung dieser Anschriften mehr und mehr als Mittel zur wirksamen und effektiven Beseitigung von erheblichen Mängeln für die Verkehrssicherheit anerkannt wird.
Der langjährige Trend steigender Zahlen der vom KBA unterstützten Rückrufaktionen setzte sich auch im Jahr 2004 fort (Grafik). Die 137 Aktionen in 2004 (Vorjahr: 97) führten zu einem Anstieg um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das KBA hat sich entschlossen, beginnend mit dem Jahr 2004 die Aussagefähigkeit der Rückrufzahlen zu verbessern. Wichtig ist für die Öffentlichkeit die Information, wie oft in einem Jahr technische Mängel zur Auslösung von Rückrufaktionen geführt haben. Deshalb weist das KBA ab 2005 nur noch die Rückrufaktionen aus, die aufgrund eines technischen Mangels von den Herstellern im Kalenderjahr neu eingeleitet wurden. Früher umfasste die Anzahl der Rückrufaktionen neu eingeleitete Rückrufe und sogenannte Nachfassaktionen (Ziel von Nachfassaktionen ist es, Fahrzeughalter, die der Aufforderung zu einem früheren Rückruf nicht nachkamen oder nicht erreichbar waren, zur Teilnahme am Rückruf aufzufordern). Aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den bisherigen Zahlen werden für die Jahre 1998 -2004 die Rückruf- und Nachfassaktionen einzeln ausgewiesen.
Zu den einzelnen Rückrufaktionen wurden zwischen einem Fahrzeug und 337 068 Fahrzeuge pro Aktion ermittelt. 1 407 649 Fahrzeuge und Halter waren von dem vom KBA begleiteten Rückrufmaßnahme insgesamt betroffen. Mehr als die Hälfte der Rückrufaktionen (51 %) betraf Fahrzeuge der Baujahre 2002 und jünger. Die ältesten Fahrzeuge waren 27 Jahre alt.
Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurde in vier Fällen die Unterstützung eines Rückrufs mit Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister abgelehnt.
Alle Rückrufaktionen wurden von den Herstellern freiwillig eingeleitet. Hinsichtlich der Schwere des Mangels werden die Rückrufaktionen vom KBA unterschieden. In der alleinigen Verantwortung der Hersteller konnten 109 freiwillige Rückrufaktionen belassen werden. Als vom KBA überwachte Rückrufaktionen waren 28 Aktionen zu bezeichnen. Bei drei solcher sicherheitskritischen Rückrufaktionen ordnete das KBA über die örtlichen Zulassungsbehörden die Stilllegung von Fahrzeugen bei 15 Fahrzeughaltern an, die der mehrmaligen Aufforderung zur Beseitigung des Mangels nicht nachgekommen waren.









Weitere Rückrufaktionen für Notebook-Akkus?Direktanbieter Dell hat eine bislang beispiellose Rückrufaktion für Notebook-Akkus gestartet, da darin verbaute Zellen sich unter bestimmten Umständen überhitzen und einen Brand auslösen können. Das Ausmaß in Sachen Akku-Rückrufaktion könnte wie jetzt bekannt wurde allerdings noch größere Kreise ziehen. Neben Dell hatten die von Sony hergestellten Zellen auch noch andere Abnehmer. Von Eric Bonner

Der Dell-Rückruf von 4.1 Millionen Akkus, er wird als der größte innerhalb der Consumer-Electronics-Industrie bezeichnet, wurde gestartet, nachdem der Computerhersteller von Laptop-Besitzern über Überhitzungsprobleme in Kenntnis gesetzt wurde - Brandgefahr nicht ausgeschlossen. Eine Untersuchung förderte schließlich das schuldige Element zu Tage. "Unter bestimmten, sehr selten Umständen existiert ein erhöhtes Risiko, dass die Akkus überhitzen oder Feuer fangen - aufgrund der Gegenwart von metallischen Teilchen in einem kritischen Bereich der Batterie-Zelle", so Takashi Uehara, ein Sprecher für Sony in Tokyo.Die fraglichen Zellen wurden zwischen Januar 2004 und Februar 2006 von der Sony Energy Tech Inc. in Japan hergestellt. Und von Sony an Dell und andere Firmen verkauft. Unter Berufung auf Vertraulichkeitsvereinbarungen wollte das Unternehmen aber keine der möglicherweise betroffenen Firmen nennen.Das Unternehmen bestätigte indes aber, dass einige der Zellen auch in Akkus zum Einsatz kamen, die bei den eigenen Vaio-Notebooks mitgeliefert wurden. Eine Rückrufaktion wird es aber nicht geben. Ausschlaggebend für dieses Vorgehen von Sony ist wohl das Fehlen einiger der Faktoren, die zu den Problemen führen. Das Risiko hängt laut Uehara von der Systemkonfiguration ab. Ein Kurzschluss etwa führt typischerweise dazu, dass der Akku nutzlos wird, aber in einigen Fällen kann es eben zu den von Dell gemeldeten Bränden kommen. Zu den Faktoren, die dann noch mit hineinspielen, gehört, ob die Zellen parallel oder perpendikular angeordnet sind und auch, ob sie sich in der Nähe einer Wärmequelle wie etwa dem Prozessor oder der Stromzuführung befinden, so ein Sony-Sprecher in den USA.Die Spekulationen über das Ausmaß der Probleme mit den Zellen werden begleitet von schlechten Nachrichten für manch einen der betroffenen Laptop-Besitzer. Dell hat zwar seine Zulieferer die Produktion hochfahren lassen, aber einige Laptop-Besitzer werden sich auf längere Wartezeiten einstellen müssen. Betroffen sollen vor allem Besitzer von Modellen sein, die nicht mehr produziert werden.





Rückrufaktionen in der Kardiologie: Klinische Bedeutung für Patient und Arzt
Deutsches Ärzteblatt 93, Ausgabe 38 vom 20.09.1996, Seite A-2393 / B-2063 / C-1915
MEDIZIN: Aktuell

Die moderne interventionelle Kardiologie verwendet in zunehmendem Maße technisch aufwendige Prothesen aus nicht biologischen Materialien. Systematische Materialfehler bei Schrittmachersonden und Herzklappen führten in den letzten Jahren zu großen Rückrufaktionen. Der behandelnde Arzt muß daher für jeden einzelnen Patienten abwägen, ob das Risiko einer Explantation das Risiko eines plötzlichen Totalausfalls beziehungsweise der Zerstörung von Herz-, Lungen- und Gefäßstrukturen durch wandernde Teile überwiegt. Hier sollen beispielhaft Entscheidungshilfen für eine rationale Risikoabschätzung am Beispiel einer Vorhof-JHerzschrittmacherelektrode und einer Herzklappe gegeben werden.

Die Accufix-"J"-Vorhofelektrode von Telectronics wird durch einen (neben dem Leitungsdraht) zusätzlichen Draht in ihrer typischen J-Form gehalten. Da hierdurch das Plazieren und Verankern im Vorhof erleichtert wird, wurde diese populäre Elektrode weltweit 40 000fach eingesetzt, in Deutschland etwa 800 mal.
Im Herbst 1994 wurden erstmals zwei Todesfälle durch Brüche des Zusatzdrahtes bekannt (Dt Ärztebl 1995; 92: A-816-817 [Heft 12]). In beiden Fällen perforierten die aus der Polyurethan-Isolierung herausragenden Enden des gebrochenen Zusatzdrahtes die Aorta. Weitere bis jetzt dokumentierte Komplikationen von wandernden Drahtfragmenten sind Perikardergüsse und -tamponaden, Penetration des rechten Vorhofs und multiple Perikardperforationen (10) und Migration des Fragmentes in die Lunge beziehungsweise Pulmonalarterien. Da ein Großteil aller verstorbenen Schrittmacherpatienten nicht autopsiert wird, bleibt die wirkliche Zahl der tödlichen Drahtbruchkomplikationen Spekulation. Aufgrund mangelnder Daten konnte zunächst keine Risikoabschätzung für die Indikation einer elektiven Explantation der Elektrode erfolgen.
Heute liegen nun zum einen Daten aus einer von der Herstellerfirma Telectronics organisierten Zusammenstellung der Ergebnisse von in verschiedenen Zentren betreuten Trägern der Sonde vor (n = 1 604, 217 Explantationen, 16 Prozent Frakturen [11]). Zum anderen berichteten Lloyd, Hayes und Holmes über ihre Erfahrung mit den von der Mayo-Klinik betreuten betroffenen Patienten (n = 156, 39 Extraktionen, 40 Frakturen [25 Prozent] [4]). Da die feinen, eventuell noch in der Polyurethan-Hülle liegenden Drahtfragmente in einer Röntgenthoraxaufnahme kaum dargestellt werden können (Sensitivität für alle Frakturen nur 18 Prozent), wird von allen Autoren als Screening-Methode die digitale Durchleuchtung (computerisierte digitale Verarbeitung des Durchleuchtungsbildes zur Anhebung von Kantenkontrasten) empfohlen. Durch Rückschlüsse aus Beweglichkeit und Verformung der Elektrode im schlagenden Herzen weist diese Methode Drahtbrüche mit der höchsten Sensitivität (63,5 Prozent, Spezifität 99,5 Prozent) nach.
Tabelle 1 faßt die vorläufigen Empfehlungen für die betroffenen Patienten zusammen. Diese Empfehlungen basieren allerdings auf einem von der Firma Telectronics erarbeiteten Konzept, zu dem es von seiten der Ärzteschaft (Arbeitsgruppe Herzschrittmacher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie) noch keine eindeutige Stellungnahme oder kritische Bewertung gibt.
Da bei Patienten mit einem
negativen Durchleuchtungsergebnis nicht routinemäßig zur Explantation geraten wurde, ist der negative Prädiktionswert einem großen Unsicherheitsfaktor unterworfen. Daher ist die Empfehlung, Patienten mit zur Zeit nicht bestehendem Frakturverdacht lediglich alle sechs Monate zu überwachen, umstritten - zumal man die psychologische Dimension gerade dieser Patienten, die mit dem Gefühl einer "Zeitbombe" im Herzen leben, mitberücksichtigen muß.
Andererseits sind bei insgesamt 1 779 Extraktionen der Accufix-Elektroden bisher vier Todesfälle aufgetreten, und zwar nicht durch den gebrochenen J-Draht, sondern durch Komplikationen der Sondenentfernung per se (zum Beispiel Vorhofperforation).
Die Explantation sollte daher, auch aus forensischen Gründen, nur an Kliniken erfolgen, die über die Möglichkeit einer herzchirurgischen Intervention im Falle einer Komplikation verfügen.
Man muß also das rechnerische Risiko einer Fraktur (bis zu 25 Prozent) mit ungewissen Konsequenzen dem der Mortalität bei Explantation (ungefähr 0,5 Prozent) gegenüberstellen. Jüngere Patienten sind generell eher Kandidaten für eine Extraktion, weil sie noch eine längere Implantatverweildauer vor sich und wegen der geringeren Komorbidität ein niedriges Operationsrisiko haben, außerdem ist die Frakturrate bei den bis 40 Jahre alten Patienten am größten. Bei den über 80jährigen erscheint das Risiko der Explantation größer als das einer Verletzung durch den J-Draht. !

Die Björk-Shiley-Kippscheibenklappe
Während bei der Accufix-Elektrode nach einem Jahr der Kenntnisstand leider noch keine eindeutigen Empfehlungen für die betroffenen und besorgten Patienten erlaubt, kann man bei der Frage des prophylaktischen Klappenersatzes der 60 Grad- und 70 Grad-Björk-Shiley-Kippscheibenklappe auf eine knapp 10jährige Erfahrung zurückgreifen.
Bis 1986 wurden weltweit etwa 86 000 (in Deutschland 3 700) Björk-Shiley-(konvex-konkav)Kippscheibenklappen implantiert, davon 82 000 mit einem Öffnungswinkel von 60 Grad und 4 000 mit einem von 70 Grad. Knapp 50 000 Betroffene leben noch. Bei der 1969 entwickelten und danach modifizierten Klappe wurde der erste Bruch der Ausflußstrebe 1978 bei einer Aortenersatzklappe berichtet, bis heute sind 568 solcher Brüche erfaßt.
Der Hersteller hat auf die ersten Berichte mit verstärkten Qualitätskontrollen und zusätzlichen Belastungstests reagiert. Retrospektive statistische Analysen zeigten, daß insbesondere die 8 000 zwischen Februar 1981 und März 1982 hergestellten Klappen eine deutlich höhere Frakturrate hatten. Im Oktober 1985 wurden auch die später produzierten 29- bis 33-Millimeter-Klappen zurückgerufen und die weitere Produktion eingestellt. Nach retrospektiven Analysen von ersten größeren Serien in Europa 1987 und den USA 1988 und nach entsprechenden Langzeitbeobachtungen (1,2) wertete 1993 eine niederländische Arbeitsgruppe (3,5) die Frakturraten von 2 588 zwischen 1979 und 1985 implantierten Klappen aus. Es wurden konkrete Altersgrenzen ermittelt, unterhalb derer eine prophylaktische Klappenreoperation in der Regel prognostisch günstig ist (allerdings in Abhängigkeit von einer recht niedrigen hypothetischen Reoperationsmortalität von unter drei Prozent):
Alle Patienten mit großen 70 Grad-Klappen, Patienten unter 50 Jahren mit kleinen 70 Grad-Klappen und Patienten unter 45 Jahren mit großen 60 Grad-Klappen. Bei der Aortenklappe liegen diese Altersgrenzen höher als bei der Mitralklappe - wegen der hohen Mortalität nach Aortenklappenfrakturen und des relativ geringeren Operationsrisikos.
Im Einzelfall sind die Details des Herstellungsprozesses wichtig: Es wurden bei 24 explantierten Klappen sieben mit einer einseitigen Strebenfraktur und zwei mit Ermüdungserscheinungen gefunden, und anhand der Firmenunterlagen konnten individuelle Schweißer für zahlreiche defekte Klappen identifiziert werden (6). Das Shiley Heart Valve Research Centre wertet kontinuierlich die eintreffenden Daten aus und rechnet das vermeintliche individuelle Risiko jeder einzelnen Klappe anhand der Seriennummer hoch (9). Dieses "Klappenrisiko" muß dem generell erhöhten Reoperationsrisiko gegenübergestellt werden, ein guter Anhalt dafür ergibt sich aus Analogieschlüssen von elektiven Reoperationen degenerierter Bioprothesen (. Für die besonders frakturgefährdeten Klappen mit dem Öffnungswinkel von 70 Grad sieht das rechnerische Risiko folgendermaßen aus: Bei den großen Klappen in Mitralposition beträgt die jährliche Frakturrate bis zu 2,5 Prozent - etwa die Hälfte der Patienten kann dann durch eine sofortige Operation noch gerettet werden. Von den in der Regel kleineren Klappen in Aortenposition brechen bis zu ein Prozent pro Jahr - mit akuter massiver Aorteninsuffizienz mit fast immer tödlichem Ausgang. Dem steht eine Reoperationsmortalität von bis zu fünf Prozent (und eine Morbidität von bis zu zehn Prozent) gegenüber.
Neben den klappen-spezifischen Daten fanden sich nur noch Alter und Körperoberfläche der Patienten als Kriterien zum genaueren Abschätzen des persönlichen Risikos (12). Hingegen hilft das typische Bruchverhalten der Björk-Shiley-Klappen entscheidend bei der individuellen Risikostratifizierung. In der Regel bricht zunächst ein Bein der Strebe, und die daraus resultierende Separation kann durch hochauflösende Röntgenfilmaufnahmen sichtbar gemacht werden. In den USA wurden so bei einem Kollektiv von 315 Patienten mit einem erhöhten Risiko elf Klappen mit einer "wahrscheinlichen" oder "sicheren" einseitigen Fraktur identifiziert (7). Von diesen wurden zehn ausgetauscht und der Verdacht in neun Fällen bestätigt. Allerdings traten während der zweijährigen Studie zwei Frakturen von radiologisch als unauffällig befundeten Klappen auf. Ein anderes vielversprechendes Verfahren zur Früherkennung von drohenden Frakturen, die direkt vergrößernde Radiographie mit Mikrofokus, wurde in Europa zuerst am Universitätsklinikum Aachen initiiert, welches nach Auskunft der beteiligten Arbeitsgruppen bisher jedoch nur prototypisch eingesetzt und getestet wird und noch nicht reif für den klinischen Einsatz ist. Verschiedene Berichte zeigen, daß auch die Klappen anderer Hersteller in Einzelfällen frakturieren können (zum Beispiel Duromedics), insgesamt sind die anderen potentiellen Komplikationen mechanischer Klappen (insbesondere die thrombembolischen) im Regelfall häufiger als die durch Materialfehler.
Tabelle 2 faßt die Altersgrenzen für eine prognostisch günstige Klappenreoperation zusammen. Anhand der Seriennummer läßt sich das individuelle Risiko noch genauer eingrenzen, die Entscheidung über ein individuelles Vorgehen muß mit einem Kardiologen oder Herzchirurgen abgesprochen werden.

Die Konsequenzen
Es ergibt sich als Konsequenz insbesondere für alle Hersteller medizinischer Prothesen eine Sorgfaltspflicht, von der auch unter den harten Konkurrenzbedingungen des Wettbewerbes nicht abgewichen werden darf. Ohne Verwendung von Fremdmaterialien sind viele moderne Therapiewege verschlossen. Das Streben nach perfekten Sicherheitsstandards hat natürlich seinen finanziellen Preis. Ein Restrisiko bleibt, denn die Anforderungen an die Belastbarkeit ist bei Herzklappen bei über 30 Millionen Herzschlägen pro Jahr beträchtlich. Wie gut eine Technik ist, stellt sich oft erst nach jahrelangem Einsatz in großen Kollektiven heraus. Prinzipiell ist eine unverzügliche Benachrichtigung der Ärzte über Rückrufaktionen notwendig und die Information der Öffentlichkeit unvermeidlich. Oft ist es schwierig, eine rationale Vorgehensweise ad hoc festzulegen und Panik zu vermeiden, weil die statistischen Risiken bei Verbleiben beziehungsweise Entfernung des Produktes noch nicht bekannt sind.
Wie auf vielen anderen Gebieten ist gerade hier die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Internisten und Chirurgen unabdingbar. Die Empfehlung an den einzelnen Patienten muß immer von dessen individueller Situation abhängig gemacht werden.








Rückrufaktionen haben sehr negative Auswirkungen10.02.2006
Automobilkonzernen ist das ganze Ausmaß einer Rückrufaktion oftmals gar nicht bewusst, meint Konrad Weßner, der Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Puls. Puls veröffentlichte eine Studie wonach die Auswirkungen einer Rückrufaktion nicht nur am Image kratzen, sondern bereits getroffene Kaufentscheidungen maßgeblich beeinflussen können. Besonders ausgeprägt ist der Schaden bei Neuwagenkäufern. Rund ein Fünftel der potenziellen Käufer gaben an, eine Rückrufaktion erschüttere ihr Vertrauen in eine Marke sehr stark, bei weiteren 30,9 Prozent wird es stark geschädigt. Sehr wahrscheinlich werden 5,5 Prozent von einer bereits entschiedenen Kaufpräferenz durch eine Rückrufaktion abgehalten. Für weitere 14,5 Prozent ist dies wahrscheinlich und 30 Prozent gaben an davon nicht beeinflusst zu werden.Die Marke, die aktuell am häufigsten mit Rückrufaktionen in Verbindung gebracht wird, ist Mercedes. Es nannten 22,8 Prozent Mercedes an erster Stelle. Weßner vermutet, dass dies durch die große Rückrufaktion im März 2005, bei der Mercedes 1,3 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt holen musste, verursacht wurde. Mit VW verbanden 5,1 Prozent Rückrufaktionen und mit BMW 2,2 Prozent. Insgesamt werden 45 Prozent der Autokäufer durch eine Rückrufaktion, zumindest kurzfristig, beeinflusst.




Rückrufaktionen nehmen zu
Immer öfter werden Autos wegen Sicherheitsmängeln wieder in die Werkstätten gerufen. Gründe sind nicht mangelnde Qualität, sondern dass mehr auf Details geachtet wird - und auf die geänderte Produkthaftung.

Immer häufiger werden Autos in Deutschland wegen Sicherheitsmängeln in die Werkstätten gerufen. Das geht aus dem Jahresbericht des Kraftfahrtbundesamtes hervor, den das Bundesverkehrsministerium am Montag in Berlin bestätigte. Die Entwicklung bedeute aber nicht, dass die Autos unsicherer würden, sondern, dass stärker auf jedes Detail geachtet werde. "Wir sehen darin keine Gefahr sondern die Gründlichkeit der Arbeit", sagte ein Sprecher. Ähnlich äußerte sich ein Automarkt-Experte in Bochum. Die Tageszeitung "Die Welt" hatte über die Entwicklung berichtet.

2003 Zunahme von 13 Prozent
Laut dem Bericht, der nach Worten des Ministeriumssprechers schon seit längerem auf den Internetseiten des Kraftfahrtbundesamtes verfügbar ist, hat die Zahl der Rückrufaktionen in Deutschland 2003 den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Insgesamt habe es im vergangenen Jahr 144 Rückrufaktionen gegeben - ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2002. Von den Aktionen seien 2003 insgesamt 939.884 Fahrzeuge und Halter betroffen gewesen.

Häufigste Gründe für die Rückrufaktionen waren demnach im Jahr 2003 brechende oder reißende Fahrwerkskomponenten, die Fehlauslösung von Airbags, fehlerhafte Sicherheitsgurte, plötzlich brechende Räder, nicht korrekt verriegelte Anhängerkuppelungen und elektronische Motorsteuergeräte, die ungewollte Beschleunigungen hervorriefen.

Experte: "Nicht weniger Sicherheit"
Automarkt-Experten sehen in der gestiegenen Anzahl der Rückrufaktionen jedoch keinen Hinweis auf einen Verlust an Sicherheit bei Autos. "Es ist eher umgekehrt", sagte Professor Ferdinand Dudenhöffer in Bochum. Die Hersteller riefen bei Mängeln früher zurück als noch vor einigen Jahren. Gründe für die weltweit gestiegene Zahl der Rückrufe seien auch gestiegene gesetzliche Anforderungen etwa bei der Produkthaftung, betonte Dudenhöffer. Das Risiko steige ferner mit der Anzahl der Modelle und Varianten. Und außerdem gebe es immer mehr Rückrufe wegen Defekten bei elektrischen und elektronischen Komponenten.

Einen weiterer Grund sieht Dudenhöffer in einem zunehmenden Druck des Marktes, neue Modelle zu bringen. "Wenn man schneller entwickelt, können sich auch leichter Fehler einschleichen." Dudenhöffer ist Professor für Marketing und Direktor des Center of Automotive Research an der Fachhochschule Gelsenkirchen.


Rückruf von Autos
Wenn der Hersteller "rückruft"
Beginn des Inhaltes
Mangelhafte Elektronik oder defekte Sitzheizungen - immer öfter rufen Autohersteller ihre Fahrzeuge zurück. Das Problem: Die Übernahme der Reparaturkosten ist rechtlich nicht geregelt.
Immer mehr Neuwagen müssen zurück in die Werkstatt, um Qualitätsmängel auszubessern. Aktuelles Beispiel: Mercedes-Benz. Der Autohersteller hat im März die größte Rückrufaktion in seiner Konzerngeschichte durchgeführt. 1,3 Millionen Personenwagen wurden in die Werkstätten gerufen. Der Grund: Überprüfung der Bremsanlagen, Elektronik und Software. Auch BMW hatte zuvor aufgrund von defekten Sitzheizungen sämtliche Fahrzeuge überprüfen müssen.
Und die Statistik zeigt: Technische Probleme bei Autos, die auf Fehlern der Hersteller beruhen, sind keine Einzelfälle mehr. Im letzten Jahr mussten in Deutschland 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt gerufen werden. Tendenz seit Jahren steigend. Die häufigsten Gründe waren Mängel am Rahmen und Fahrwerk, an der Anhängerkupplung, an Sicherheitsgurten und Sitzen, an Reifen, Elektrik und Elektronik. Meist werden die Rückrufaktionen von den Herstellern selbst freiwillig und in Abstimmung mit dem Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) eingeleitet. Auffällig ist, dass mehr als die Hälfe der Rückrufe Fahrzeugen galt, die nicht älter als drei Jahre waren. Betroffen sind fast alle namhaften Marken: BMW und Mercedes ebenso wie VW und Toyota. Einzig Opel konnte 2004 eine fast saubere Bilanz vorweisen.
Für die betroffenen Autofahrer ist wichtig, dass sie bei einem Rückruf möglichst umgehend die Werkstatt aufrufen. Ansonsten besteht unter Umständen weiter erhöhte Unfallgefahr oder der Anspruch auf Schadensersatz geht verloren. Die Übernahme der Kosten durch den Hersteller ist nur dann rechtlich nahezu sicher, wenn Ihr Fahrzeug nicht älter als zwei Jahre ist. Dann gilt die so genannte Sachmittelhaftung (bekannt auch als Gewährleistungsfrist).
Meist sind die Hersteller auch bei älteren Modellen kulant, denn sie fürchten den Imageschaden durch öffentliche Diskussionen über Schäden an ihren Fahrzeugen. Das Problem: Die Übernahme der Kosten bei Mängeln, die die Sicherheit eines älteren Fahrzeuges bedrohen, ist gesetzlich nicht geregelt. Leidtragende sind oft "Pioniere", an deren Fahrzeugen die Schäden zum ersten Mal auftreten. Sie bleiben immer wieder auf den Reparaturkosten sitzen. Der ADAC fordert deshalb von den Herstellern und dem Gesetzgeber, hier klarere Regeln zu schaffen.
Rechtslage bei älteren Fahrzeugen schwierig
Bei Fahrzeugen, die älter als zwei Jahre sind, gilt bis zu zehn Jahre lang das so genannte Produkthaftungsrecht. Dadurch ist der Hersteller gezwungen, für alle Schäden zu haften, die durch ein fehlerhaftes Fahrzeug verursacht werden, nicht aber für die Schäden oder den Mangel am Fahrzeug selbst. Wollen Sie wissen, welche Mängel bei Ihrem Fahrzeug schon aufgetreten sind, können Sie sich beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg erkundigen. Denn durch das so genannte Produktsicherungsgesetz sind die Autohersteller verpflichtet, dort alle sicherheitsrelevanten Mängel zu melden.
Ein kostenloses Ersatzfahrzeug wird übrigens bei der Durchführung von Rückrufaktionen nur in Ausnahmefällen zur Verfügung gestellt. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Triplebub
Geselle
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Beitragvon Triplebub » Di 12.09.2006 09:13

@Holgi

Musste nicht arbeiten? :roll:

Holgi
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Beitragvon Holgi » Di 12.09.2006 09:20

Schwere Pannen bei Wahl in Niedersachsen

Eine miserable Wahlbeteiligung - nun auch noch Fehler bei der Auswertung der Kommunalwahl in Niedersachsen. Weil Wahlvorstände in mehreren Orten ihren Pflichten nicht nachkamen, wurde gar die Polizei eingesetzt.


Dir ist schon bewußt, dass es sich hierbei um sog. normale Bürger handelt, die mit einfachen Tätigkeiten offenbar schon überfordert waren.
:mrgreen:


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