Cross Tourer aschrumisiert

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Rudi L.
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Beitragvon Rudi L. » Do 08.08.2013 09:41

Bis in den Begrenzer :scares: Du bist ja ein Raser :shock:

Holgi
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Beitragvon Holgi » Do 08.08.2013 10:26

Torsten hat geschrieben:
Boris S. hat geschrieben:....ich finde z.B. das ich viel schalten muß, um im Fluss zu bleiben.


Bei der R? :nut:

Ich fand, dass die R zieht wie ein Bulle, egal in welchem Gang.
Aber ok, ich bin vor der R nur Motorräder gefahren, die gedreht werden mussten. Da kam mir die R vor wie ein Diesel.


Seh ich genauso. Über 5000 drehe ich nur sehr selten und habe gleichwohl das Gefühl sehr flüssig voran zu kommen.

MichaelvS
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Beitragvon MichaelvS » Do 08.08.2013 10:36

Back to Crosstourer...
Ich durfte neulich das Exemplar aus dem Dauertestfuhrpark für gut 1.600 km in die Ardennen ausführen. Ich kopiere Euch mal, was ich da dem Rainer Froberg dazu geschrieben habe. Allerdings als Vorbemerkung: die Kiste hatte da schon gut 45.000km auf dem Buckel...

Was die dicke Crosstourer angeht: Ein Mopped wie ein Porsche Cayenne mit dem kleinen Sechszylinder: groß, schwer, komfortabel (zumindest mit Eurer Nachrüst-Sitzbank), aber auch recht passiv. Man kann die Mühle durchaus sportlich bewegen (so lange der Asphalt einigermaßen glatt ist) - aber ein Sportler wird's nicht.

Die Gabel funktioniert passabel - das Federbein ist - selbst mit ganz zugedrehter Zugstufe - eigentlich inakzeptabel. Selbst mit mir alleine (75kg + Klamotten) ohne Gepäck ist das Federbein komplett unterdämpft - und katapultiert einen auf Bodenwellen ganz schön durch die Gegend. Ich fühlte mich öfter mal an 'Schiff in hohem Seegang' erinnert. Was mit zwei Leuten und Gepäck los ist, möchte ich mir gar nicht vorstellen…

Das wirkt sich dann auch bei hohen Geschwindigkeiten aus: ab ca. Tacho 205 (was echten 187 entspricht) beginnt die Mühle (nur mit mir und leichter längsliegender Rolle bepackt) zu schwimmen. Trotz des langen Radstands. Kein Wunder dass die die Mühle bei echten 209 abriegeln - mit Koffern, Topcase und Sozia wäre sie bei höheren Geschwindigkeiten wohl nur noch schwer beherrschbar.

Bei 'normalen Landstraßengeschwindigkeiten' (d.h. bis ca. Tacho 120) ist die Kiste bei aller Passivität der Sitzposition und dem hohen Gewicht durchaus einigermaßen handlich und agil - was sicherlich zum einen der schmalen Bereifung, zum anderen der relativ schmal bauenden Kurbelwelle des V4 geschuldet ist.

Der Motor selber funktioniert eigentlich prima und klingt ganz spaßig. Er wäre allerdings noch viel netter, wenn er nicht rund 70kg Übergewicht mitschleppen müßte.

Thema Geschwindigkeit: Die Tachovoreilung ist mit rund 9% eigentlich inakzeptabel. Ich hatte ein Navi installiert - konnte also direkt vergleichen. Interessanterweise riegelt die Kiste - wie im Fahrzeugschein angegeben - tatsächlich bei echten 209 ab. Weiß also 'intern' ganz genau, wie schnell sie ist. Warum der Tacho einem dabei muntere 228 vorlügen muß, erschließt sich mir dabei nicht.

Die Scheibe bin ich von Stuttgart bis Rutesheim - d.h. 20km - in der tiefen Position gefahren - das war für meine Größe und Helmposition unerträglich. Sowohl was die Turbulenzen als auch was den Lärm angeht. Selbst mit Gehörschutz. Ich habe dann daheim die Scheibe in die hohe Position montiert - danach war es für mich ok. Direkt vor's Mopped muß man zwar durch die Scheibe gucken, aber dafür geht der Windschutz durchaus ok und die Turbulenzen halten sich sehr in Grenzen. Ein wenig den Kopf einziehen, dann war auf der Autobahn auch Dauertempo 180 (d.h. Tacho 200) kein Problem.

Thema DCT: eigentlich eine gute Idee…. nur:
1.) Morgens, wenn die Kiste kalt ist, neigt die Kupplung zum rupfen. Mit einer händisch betätigten Kupplung kann ich das ausgleichen - so… hoppelts. Allerdings nur die ersten paar Minuten beim Anfahren am Berg. Danach funktioniert die Kupplung komplett unauffällig - so gut, dass ich tatsächlich beim heimfahren von der Redaktion mit meiner Supermoto ein paar mal vergessen habe zu kuppeln.

2.) es gibt nur zwei Automatikmodi. In die kann ich zwar manuell eingreifen kann, habe aber keine Möglichkeit, dauerhaft manuell zu schalten, wie das z.B. bei Autos der Fall ist. Das ist insbesondere deshalb ungünstig, weil:

3.) zumindest für mich keines der beiden Schaltprogramme wirklich passt.
D - schaltet meistens viel zu früh hoch - so dass man plötzlich bei 60 schon im 6. Gang unterwegs ist. Was per se erst mal nicht schlecht wäre, wenn das so gut funktionierte wie z.B. bei meiner Street Triple. Tuts aber leider nicht - bei 60 im 6. ist die Kiste so lang übersetzt, dass schon auf der Ebene heftige Vibrationen (wegen Untertourigkeit) auftreten. Wird wenig Leistung benötigt, gibt's recht deutliches Konstantfahrruckeln. Unglücklicherweise sieht der D-Modus wohl nicht vor, kurzfristig (automatisch) zurückzuschalten - d.h. gibt man bei 60/70 plötzlich Gas um z.B. zu überholen….. hält die Automatik stoisch für eine gefühlte Ewigkeit den 6. Gang (mit entsprechend schlechter Beschleunigung) bevor sie siech dann vielleicht mal bequemt, doch den 5. oder nach noch längerer Zeit - wenn der Fahrer auf Vollgas beharrt - vielleicht sogar den 4. einzulegen. Manuelles Einlegen der niedrigen Gänge hilft zwar beim Beschleunigen - aber in der Stadt bei langsamer Fahrt schaltet die Mühle nach wenigen Sekunden wieder hoch in den 6. - mit Vibrationen und allem...

Vibrationen, Ruckeln und Schaltstrategie haben dazu geführt, dass ich eigentlich immer im S-Modus unterwegs war. Da passten für mich die Schaltpunkte besser, und auch das Zurückschalten sowohl beim Beschleunigen als auch beim Anbremsen von Kurven funktionieren. Leider auch hier kein Licht ohne Schatten: Die Automatik beharrt hier leider vor allem in den hohen Gängen 5 und 6 auf Mindestdrehzahlen. D.h. auch wenn ich am Bummeln bin, erlaubt die Automatik im S-Modus erst ab Tacho 87 in den 5. zu schalten, ab Tacho 106 den 6. Macht für mich irgendwie auch nur begrenzt Sinn. Aber immer noch besser als der D-Modus. Zumindest für mein Tempo und die gefahrenen Strecken.

Verbrauch: zu hoch! Wenn Firmen wie Porsche (oder auch Honda) es hinbekommen Autos mit weit über 300 PS und einem Gewicht von deutlich über 1.400kg zu bauen (und dabei spreche ich nicht von den Dieseln), die im Mittel mit unter 10l auskommen, erschließt sich mir nicht, warum aktuelle Motorräder beim gemäßigten Landstraße fahren weit über 6l verbrauchen müssen. Der Punkt betrifft allerdings nicht nur die Crosstourer…

Summe der Eindrücke: dieses Motorrad hat meine Erwartungen in Honda grob enttäuscht. Ich hätte von Honda immer ein Mopped weitgehend auf Augenhöhe mit einer GS erwartet. Das ist es bei weitem nicht. Weder zum Touren, noch zum sportlich fahren und schon gar nicht im Gelände (gruselige Vorstellung mit dem Dampfer).


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Beitragvon Franz » Do 08.08.2013 11:07

Rudi L. hat geschrieben:Bis in den Begrenzer :scares: Du bist ja ein Raser :shock:


Finde ich nicht.

Man muss ja schließlich wissen, ob der Begrenzer auch funktioniert, wenn man ihn tatsächlich mal braucht 8)

ABS probiert man ja auch aus



Franz
Zuletzt geändert von Franz am Do 08.08.2013 11:08, insgesamt 1-mal geändert.

Holgi
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Beitragvon Holgi » Do 08.08.2013 11:07

Kann fasst alles nachvollziehen und unterschreiben, nur das

MichaelvS hat geschrieben:2.) es gibt nur zwei Automatikmodi. In die kann ich zwar manuell eingreifen kann, habe aber keine Möglichkeit, dauerhaft manuell zu schalten, wie das z.B. bei Autos der Fall ist.


stimmt nicht. Man kann vollständig auf manuelle Schaltung umstellen. Ist ein Schalter am rechten Lenkerende für den Zeigefinger. Danach sind weder das D noch S Programm aktiv. Jeder Gang kann ausgedreht und muss manuell gewechelt werden. Hat Dir wohl keiner gezeigt. :P

Rudi L.
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Beitragvon Rudi L. » Do 08.08.2013 11:09

Franz hat geschrieben:
Rudi L. hat geschrieben:Bis in den Begrenzer :scares: Du bist ja ein Raser :shock:


Finde ich nicht.

Man muss ja schließlich wissen, ob der Begrenzer auch funktioniert, wenn man ihn tatsächlich mal braucht 8)

ABS probiert man ja auch aus



Franz


ja bei ner leistungsschwachen 3umpf vielleicht, da ist man froh wenn der rote Bereich endlich vorbei ist. :wink:

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Beitragvon MichaelvS » Do 08.08.2013 11:43

Holgi hat geschrieben:Kann fasst alles nachvollziehen und unterschreiben, nur das

MichaelvS hat geschrieben:2.) es gibt nur zwei Automatikmodi. In die kann ich zwar manuell eingreifen kann, habe aber keine Möglichkeit, dauerhaft manuell zu schalten, wie das z.B. bei Autos der Fall ist.


stimmt nicht. Man kann vollständig auf manuelle Schaltung umstellen. Ist ein Schalter am rechten Lenkerende für den Zeigefinger. Danach sind weder das D noch S Programm aktiv. Jeder Gang kann ausgedreht und muss manuell gewechelt werden. Hat Dir wohl keiner gezeigt. :P


Definitiv nein. Nicht beim Dauertester.
Vielleicht gab's inzwischen eine Modellpflege.

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Beitragvon Thomas » Do 08.08.2013 12:52

Boris S. hat geschrieben:Bei der R ist es eh etwas zwiespältiger....ich finde z.B. das ich viel schalten muß, um im Fluss zu bleiben.


Da musste ich bei meinen beiden Fazer und bei der Tènèrè viel öfter schalten.

Ich finde die R hat auch unten herum guten Durchzug.
Gruß,

Thomas aka Bad Boy

Life is like riding a bicycle. To keep your balance, you must keep moving. ― Albert Einstein

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Beitragvon Der Steffen » Do 08.08.2013 13:08

Kiste....Mühle.... da mag aber einer das Motorrad nicht wirklich.
Mit veränderter Signatur:

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Boris S.
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Beitragvon Boris S. » Do 08.08.2013 20:22

Rossi hat geschrieben:Boris: Dann hast Du völlig andere Maßstäbe... Und sone Sozia "verschraubt" das alles sowieso.

Für den Satz "das Gewicht merkt man nicht" gibts (nicht nur) für mich nur eine (relative) Referenz: Die BMW K1600 ist das verblüffendste Beispiel.

Ne schöne Jrooß
Rossi

Eigentlich habe ich keine gravierenden anderen Maßstäbe. Ich gebe nur meine Eindrücke wieder. Und mir fällt nun mal auf, daß ich bei der R viel schalte. Hoch wie runter. Hatte ich bei der GS nicht und bei der Honda ebensowenig.
Und meine Sozias sind alle Leichtgewichte. Die CB ging mit 2 Personen fast noch besser um die Kurven...
Gruß Boris S.

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Beitragvon jj » Do 08.08.2013 21:18

Boris S. hat geschrieben:Und mir fällt nun mal auf, daß ich bei der R viel schalte. Hoch wie runter. Hatte ich bei der GS nicht ...

Tja, ist halt kein typisches BMW-Getriebe mehr.
Als die Getriebe noch 1:1 aus Baumaschinentechnik bestanden, man ganze Männer zum Schalten gebraucht hat und der Gang mit einem Schlag eingerastet ist, den man auf der Richterskala messen konnte, dann hat man freiwillig die Drehmomentwelle genutzt.
Laut Miracoli bin ich vier Personen

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Beitragvon Boris S. » Fr 09.08.2013 06:41

jj hat geschrieben:
Boris S. hat geschrieben:Und mir fällt nun mal auf, daß ich bei der R viel schalte. Hoch wie runter. Hatte ich bei der GS nicht ...

Tja, ist halt kein typisches BMW-Getriebe mehr.
Als die Getriebe noch 1:1 aus Baumaschinentechnik bestanden, man ganze Männer zum Schalten gebraucht hat und der Gang mit einem Schlag eingerastet ist, den man auf der Richterskala messen konnte, dann hat man freiwillig die Drehmomentwelle genutzt.

Das mag stimmen... :lol:
Das R Getriebe ist nahezu perfekt.
Gruß Boris S.

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Arne
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Beitragvon Arne » Fr 09.08.2013 10:43

jj hat geschrieben:Als die Getriebe noch 1:1 aus Baumaschinentechnik bestanden, man ganze Männer zum Schalten gebraucht hat und der Gang mit einem Schlag eingerastet ist, den man auf der Richterskala messen konnte, dann hat man freiwillig die Drehmomentwelle genutzt.


So ist es. Jeder Gangwechsel an meiner R hat zwar was von einem Naturereignis, aber ich bin froh über jeden Schaltvorgang den ich vermeiden kann.
Grußsz, @rne

Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten. (Berthold Auerbach)


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